KZ-Verband/VdA Salzburg trauert um seinen ehemaligen Langzeitvorsitzenden Josef „Enzi“ Enzendorfer

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Salzburg verliert einen der profundesten Kenner des politischen Widerstandes gegen die Nazi-Diktatur. 

Der Salzburger KZ-Verband/Verband der Antifaschisten und Antifaschistinnen trauert um Josef „Enzi“ Enzendorfer. Josef Enzendorfer ist am Sonntag, 14. August, nach langer Krankheit im 68. Lebensjahr verstorben.

„Mit Josef „Enzi“ Enzendorfer verliert nicht nur der KZ-Verband einen über Jahrzehnte aktiven Antifaschisten“, sagt KZ-Verbands Obmann Siegfried Trenker. „Mit ihm verliert Salzburg auch einen der profundesten Kenner des politischen Widerstandes gegen die Nazi-Diktatur.“  Immer wieder beeindruckend sei sein historisches Wissen – als wandelndes Lexikon – über kleinste Details der Salzburger Widerstandsbewegung gewesen, sagt Trenker.

Josef „Enzi“ Enzendorfer stammte aus Gunskirchen (OÖ). Sein antifaschistisches Engagement liegt auch in seiner Familiengeschichte begründet. Ein Onkel mütterlicherseits war im KZ-Mauthausen inhaftiert. 
„Enzis“ Lebensweg führte ihn nach einer Nachrichtentechniklehre und nach Abschluss der HTL in die Landeshauptstadt Salzburg, wo er Geschichte studierte (nicht abgeschlossen). Seine politische Heimat wurde die KPÖ. Seit 1985 war er im KZ-Verband aktiv; von 2007 bis 2021 war er Vorsitzender des Salzburger KZ-Verbandes. Bis zuletzt blieb er dem KZ-Verband als Ehrenobmann und Vorstandsmitglied aktiv verbunden. 

Der Salzburger KZ-Verband, die Landesverbände, wie auch der Bundesverband werden „Enzi“ stets ein ehrendes Andenken bewahren

8. Mai – Tag der Befreiung

Dank und Anerkennung dem antifaschistischen Widerstand

Zum ersten Mal feierten wir heuer beim Denkmal der jugoslawischen Partisan*innen (8. Mai 2022, 12:15, ZFH, Gruppe 88).

Am 8. Mai 1945 endete in Europa der Zweite Weltkrieg, die deutsche Wehrmacht kapitulierte. Der 8. Mai ist ein Freudentag, weil er das Ende des Mordens, der Folter, der Hinrichtungen und der Barbarei bedeutete. Der 8. Mai erlaubte den Inhaftierten die Lager und Zellen zu verlassen, bot jenen im Exil die Möglichkeit zurückzukehren und jenen, die sich Jahre verstecken mussten, wieder in Freiheit zu leben. Er stoppte die Täter*innen und ermöglichte zumindest wenige von ihnen einer Bestrafung zuzuführen.

Der 8. Mai kam nicht von heute auf morgen und er kam nicht von selbst – die Befreiung war nur durch den bedingungslosen Einsatz der Alliierten Soldat*innen möglich. Österreich befreite sich nicht selbst, nur die wenigsten leisteten Widerstand. Der Kampf der Partisan*innen war dabei der wichtigste, effektivste und militärisch relevanteste „eigene Beitrag“ zur Befreiung Österreichs von der nationalsozialistischen Herrschaft. Das in Slowenien gegründete 1. Österreichische Freiheitsbataillon muss hier unbedingt erwähnt werden.

Der Einsatz der Kärntner Slowen*innen, und derer, die sich den Partisan*innen anschlossen, wurde nach 1945 kaum gewürdigt; ganz im Gegenteil ließ man zu, dass diese diffamiert und Denkmäler für sie beschmiert und zerstört wurden. Das einzige Partisan*innen-Denkmal Wiens wurde erst 41 Jahre nach Kriegsende errichtet, und dann auch nicht zentral am Helden- oder Rathausplatz, sondern versteckt am Wiener Zentralfriedhof, heute vergessen und verwildert.

Der Klub slowenischer Studentinnen und Studenten in Wien / Klub slovenskih Študentk in Študentov na Dunaju (KSŠŠD) und der Landesverband Wien österreichischer Antifaschist*innen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband Wien) laden heuer zu einer Feier beim Denkmal der jugoslawische Partisan*innen. Um den Befreier*innen und Widerstandskämpfer*innen zu danken, den Tag der Befreiung zu feiern und den Kampf der Partisan*innen zu würdigen.

Smrt fašizmu, svoboda narodu!

Programm beim Denkmal:

Beginn: 12:15, Zentralfriedhof, Gruppe 88

– Begrüßung KZ-Verband Wien

– Redebeiträge KSŠŠD und Verband der Kärntner Partisan*innen/Zveza koroških partizanov

– Chor

– Kränze und Blumen

Programm davor (optional):

Treffpunkt 9:30 Karlsplatz (Otto-Wagner-Pavillion), gemeinsame Kranzniederlegung am Denkmal der Roten Armee

Treffpunkt: 10:30, Abfahrt: 11:00, Karlsplatz (Otto-Wagner-Pavillion)

Gemeinsame Anreise mit feierlich-antifaschistisch geschmückter Bim und Input zum antifaschistischen Widerstand (2G!; Anmeldung, da nur begrenzte Anzahl an Plätzen!

Ernst Kirchweger-Gedenken

Auch heuer haben wir als KZ-Verband Wien zum Todestag am 02. April des Antifaschisten Ernst Kirchweger im Urnenhain des Zentralfriedhofs in WIen gedacht.

Friedl Garscha erzählt über die Ereignisse, die zum Tod von Kirchweger geführt haben und über den Antifaschisten selbst