Interviewpartner:innen für Dokumentarfilm „Die Kinder der Migranten“ gesucht

Für den dritten Teil seiner Dokumentarfilmreihe über die traumatischen Erlebnisse der „Kinder des 20. Jahrhunderts“ sucht der Dokumentarfilmer Fred Turnheim Interviewpartner:innen, die im vergangenen Jahrhundert als Flüchtlinge ihre Heimat aus rassistischen, politischen oder wirtschaftlichen Gründen verlassen mussten. Turnheim hat in den vergangenen Jahren die Filme „Die Kinder der Kämpfer“ und „Die Kinder der Schweigenden“ produziert,

Folgende Flüchtlingsgruppen sind dabei für ihn besonders interessant:

  • Kinder und Kindeskinder, deren Vorfahren Österreich aus wirtschaftlichen Gründen zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlassen haben
  • Kinder und Kindeskinder, deren Vorfahren im Austrofaschismus und/oder Nationalsozialismus aus politischen und/oder rassistischen Gründen verfolgt oder vertrieben wurden
  • Kinder und Kindeskinder, deren Eltern nach dem 2. Weltkrieg in Österreich nicht sesshaft werden konnten und wieder emigrieren mussten
  • Kinder und Kindeskinder, deren Familien am Ende des 2. Weltkrieges vertrieben wurden
  • Kinder und Kindeskinder, die mit Ihren Eltern aus wirtschaftlichen, politischen oder rassistischen Gründen nach Österreich kamen.

Wenn Sie Interesse an einem Interview haben, so freut er sich auf ein Mail an redaktion@turnheim.net oder auf Ihren Anruf unter +43 660 3260207

Weitere Informationen:

www.kinder-der-kaempfer.at

www.kinder-der-schweigenden.at

www.doc-film.com

Protest gegen Kriminalisierung von Antifaschismus in Ungarn

Am Wochenende versammelten sich rund 60 Personen vor der ungarischen Botschaft in der Bankgasse in Wien, um gegen das Vorgehen der ungarischen Regierung gegenüber Antifaschist*innen zu protestieren. Die Kundgebung war Teil koordinierter Proteste, am Tag zuvor und am selben Tag fanden auch in mehreren deutschen Städten wie Berlin, Hamburg, Dresden und Frankfurt am Main Demonstrationen vor ungarischen Botschaften und Konsulaten statt.

Bei der Wiener Kundgebung hielten verschiedene Gruppen Redebeiträge, darunter der KSV Lili (Kommunistischer Studierendenverband), die Gruppe für organisierten Antifaschismus (gfoa) und das Bündnis NS Verherrlichung stoppen. Auch die gemeinsame Presseerklärung der Opferverbände (KZ-Verband, VVN-BdA, MEASZ und FIR) wurde verlesen.Seit 1997 versammeln sich jedes Jahr im Februar tausende Neonazis aus ganz Europa zum sogenannten „Tag der Ehre“ in Budapest. Diese Veranstaltung glorifiziert den gescheiterten Fluchtversuch von Wehrmacht, Waffen-SS und ungarischen Kampfverbänden aus einem Kessel der Roten Armee um Budapest im Jahr 1945. Den international angereisten militanten Rechten wird dort ein Programm aus Demonstrationen, RechtsRock, NS-Folklore und Leistungssport geboten.

In den letzten Jahren ist der Widerstand gegen dieses Neonazi-Großevent gewachsen. Lokale Antifaschist:innen, studentische Aktivist:innen, Rom:nja, LGBTIQ-Personen und zivilgesellschaftliche Akteur:innen organisieren sichtbare Gegenproteste. Dieses Jahr verbot die ungarische Polizei jedoch jeglichen antifaschistischen Protest. Die Neonaziaktivitäten, bei denen historische SS-Uniformen mit Hakenkreuzen und andere faschistische Symbole zu sehen sind, wurden dagegen ausdrücklich genehmigt. Gegen diese staatliche Repression richtete sich der Protest vor der Botschaft.

Trotz der Verbote fand zeitgleich in Budapest eine kleine Pressekonferenz statt, bei der neben Vertreter*innen des KZ-Verbands Wien und anderer Opferverbände auch der Vater von Maja T. sprach. Die Teilnehmenden der Wiener Kundgebung setzten damit ein klares Zeichen gegen die Kriminalisierung von Antifaschismus.

Februarkundgebung des Wiener KZ-Verbands in Floridsdorf

Mitglieder des Wiener KZ-Verbands legten zum Gedenken an die Februarkämpfe 1934 am Denkmal für den vom Dollfuß-Regime hingerichteten Floridsdorfer Schutzbund-Führer und Feuerwehrkommandanten Georg Weissel einen Kranz nieder. Anschließend zogen sie durch die Weisselgasse, vorbei an der Hauptfeuerwache Floridsdorf, zur Gedenktafel beim Floridsdorfer Markt, die an die Opfer der Kämpfe um den Schlingerhof erinnert, um dort ebenfalls einen Kranz anzubringen. Interessierte PassantInnen dankten für die Aktion und beteiligten sich am Gedenken.

Aus Wien Geschichte Wiki: Am 13. Februar 1934 fiel Weissel die Aufgabe zu, das Floridsdorfer Polizeikommissariat auszuschalten, wobei er von bewaffneten Straßenbahnern und einer im Schlingerhof stationierten Schutzbundabteilung unterstützt werden sollte. Obwohl nur eine verschwindende Minderheit der ihm unterstellten Feuerwehrleute ausharrte, lehnte er es entschieden ab, den Kampf abzubrechen; er wurde nach kurzer Zeit von Polizeieinheiten überwältigt, verhaftet und wegen Aufruhrs zum Tod durch den Strang verurteilt.