Kundgebung gegen den Aufmarsch der “Identitären” im Rahmen von “Wien nimmt Platz”

Website der antifaschistischen Kampagne „Wien nimmt Platz“: https://wiennimmtplatz.noblogs.org/

Unsere Kundgebung: https://kz-verband-wien.at/veranstaltung/kundgebung-gegen-den-aufmarsch-der-identitaeren

Die neonazistische “Identitäre Bewegung” hat für Samstag wieder ihren Aufmarsch durch die Wiener Innenstadt geplant. Die antifaschistische Kampagne “Wien nimmt Platz” hat sich zum Ziel gesetzt diesen Aufmarsch zu verhindern. Gleichzeitig gab es zahlreiche Artikel und Recherchen zur Verstrickung der Identitären mit der FPÖ. Die Kampagne war erfolgreich! Die Identitären verlegten erst ihre Route, und sagten sie nun scheinbar ganz ab.

Umso wichtiger ist es am Samstag, die Kundgebung stattfinden zu lassen: Um sicher zu stellen, dass die Neonazis wirklich keinen Platz bekommen und nicht durch die Stadt marschieren können.

Nebenbei kann man sich auch gleich den nagelneu gekippten Lueger anschauen, sich gewahr werden, wie wenig 3,5 Grad Neigung und wie viel Geld 700.000 Euro sind.

Aktuelle Artikel dazu:

Bericht: Führung durch die Ausstellung Partizan★ke Art

Im Rahmen des Verbands-Jour-Fixe fand am Freitag, den 26. Juni 2026, eine Führung durch die Ausstellung „Partizan★ke Art“ statt. Rund 30 Personen fanden sich bei sommerlich heißen Temperaturen im Pavillon V (nicht 5 !) des Otto-Wagner-Areals ein.

Elena Messner, eine der Gestalterinnen der Ausstellung, führte die Gruppe durch alle Räume und ging dabei auf einzelne Objekte und deren Entstehungsgeschichte im Detail ein. Ihr war ein zentraler Punkt besonders wichtig: Bei den gezeigten Stücken handelt es sich nicht um Kunstobjekte, die über den Einsatz der Partisan*innen berichten, sondern um Originalprodukte, die größtenteils von den Partisan*innen selbst hergestellt wurden – etwa Teppiche aus Partisaninnen-Webereien oder Fotografien, die die parallel zum Kampf aufgebauten Alphabetisierungsstrukturen dokumentieren. Diese Bildungsarbeit war Teil des Aufbaus eines neuen Staates und einer neuen Gesellschaft.

Anschaulich erzählte Messner auch die Geschichte eines Theaterensembles, das sich geschlossen den Partisan*innen anschloss und dort weiterhin revolutionäres Theater aufführte.

Kurz anwesend waren auch Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler sowie DÖW-Leiter Andreas Kranebitter.

Die Ausstellung ist noch bis November zu sehen, der Eintritt ist kostenlos.

Nachruf Hugo Brainin (1924-2026)

Hugo Brainin während der Eröffnung des Lotte Brainin Hofs, Seestadt Aspern, Mai 2025 – Foto: Fischer, fischerfoto.com

Unser Kamerad Hugo Brainin ist gestorben. Brainin wurde in Wien am 19. Oktober 1924 geboren, wo er bis 1938 im Kreise seiner Familie lebte. Nach dem „Anschluss“ 1938 war er zur Flucht gezwungen, was ihm und manchen Familienmitgliedern gelangt. 1946 kehrte er nach Österreich zurück, war hier politisch höchst aktiv und seit vielen Jahrzehnten als Zeitzeuge, Aufklärer und Mahner aktiv. Seine häufigen Leserbriefe, in Tageszeitungen aber auch im Neuen Mahnruf, dokumentieren sein anhaltendes gesellschaftliches Engagement. Seine Frau, Lotte Brainin née Sontag (1920-2020), war ebenso Mitglied im Wiener Verband und in der Lagergemeinschaft Auschwitz.

Kamerad Dr. Friedl Garscha, Stv. Bundesvorsitzender, erinnert mit folgender Episode an seine klare Haltung und beständige Widerständigkeit:

Es war Hugo Brainin, der die politische Scheinheiligkeit bei der Vorbereitung der österreichischen Länderausstellung im Block 17 der Gedenkstätte Auschwitz öffentlich machte. Die Bundesregierung hatte 2009 den Nationalfonds mit der Neugestaltung dieser Ausstellung beauftragt. Der Nationalrat beschloss, dass ein „gesellschaftlicher Beirat“ die wissenschaftliche Arbeit begleiten sollte. Seite an Seite mit den politischen Parteien – für die Jörg-Haider-Partei „Bündnis Zukunft Österreich“ war das Haiders Schwester Ursula Haubner – sollten darin auch Vertreter*innen der Überlebenden sitzen. Die bereits schwerkranke Auschwitz-Überlebende Lotte Sontag-Brainin wäre durch ihren Mann Hugo Brainin vertreten worden. Kamerad Brainin lehnte entrüstet ab und fragte die Leitung des Nationalfonds, ob er sich etwa von einer Ursula Haubner erklären lassen solle, was Auschwitz bedeutete? Niemand von den wenigen Überlebenden stellte sich als „Feigenblatt“ zur Verfügung.

Zum 100. Geburtstag verlieh der Wiener KZ-Verband seinem Mitglied Hugo Brainin die Ehrenmitgliedschaft. 101-jährig ist er nun verstorben. Bei der Landeskonferenz des Wiener Verbands wurde ihm mit einer Trauerminute gedacht.

Hugo Brainin zusammen mit Friedl Garscha, der ihm die Urkunde der Ehrenmitgliedschaft des Wiener KZ-Verbands überbrachte.