Im Maimonides-Zentrum in Wien wurde kürzlich ein besonderer Anlass gefeiert: Kameradin Nina Jakl vollendete ihr 90. Lebensjahr. Aus diesem freudigen Anlass statteten Albert Dlabaja, ehemaliger Bundesverbandsobmann, und Raoul Narodoslavsky, aktueller Obmann des Wiener Verbandes, der Jubilarin einen herzlichen Geburtstagsbesuch ab.
Die Organisation des Besuchs erfolgte in enger Abstimmung zwischen Kamerad Dlabaja und Kameradin Sassmann, die gemeinsam einen passenden Termin koordinierten. Raoul Narodoslavsky wurde beauftragt, die Glückwünsche des Verbandes, ein Billet sowie einen Blumenstrauß zu überbringen.
Nina Jakl freute sich sichtlich über den Besuch ihrer Kameraden und hatte eigens eine Sitzgruppe vorbereitet, sodass man sich zu einem gemütlichen Plausch zusammenfinden konnte. Die Jubilarin befindet sich in einer bewundernswerten geistigen Verfassung – so unterhielt sie sich im Laufe des Vormittags mit einer Besucherin fließend auf Russisch.
Auch das Maimonides-Zentrum selbst sorgte für festliche Stimmung: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses gratulierten der Jubilarin herzlich, und die Clini Clowns statteten ihr ebenfalls einen Besuch ab und erfreuten sie mit einem musikalischen Beitrag. Darüber hinaus gesellte sich eine weitere Mitbewohnerin hinzu, um Nina Jakl ihre besten Wünsche und alles Gute für ihre Gesundheit zu übermitteln.
Der KZ-Verband Wien gratuliert Kameradin Nina Jakl von Herzen zum 90. Geburtstag und wünscht ihr weiterhin Gesundheit und Wohlbefinden.
Der Tag der Befreiung vom Faschismus wurde am 9. Mai 2026 ausgiebig und mit einem vollen Programm begangenen und stand im Zeichen des Dankes und der Anerkennung des antifaschistischen Widerstands der jugoslawischen Partisan:innen. Zur Feier luden der KZ-Verband Wien, der Klub slowenischer Studentinnen in Wien/Klub slovenskih študentk*študentov na Dunaju (KSŠŠD) und der Verband der Kärntner Partisanen/Zveza Koroškhi Partizanov (ZKP).
Um 10.00 wurde ein Kranz beim Denkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz niedergelegt um den Soldat:innen der Roten Armee für ihren Beitrag zur Befreiung zu danken. Um 13:00 startete die festlich-geschmückte, historische Wiener Straßenbahn vom Schubertring Richtung Zentralfriedhof. Sie wurde begleitet von einem antifaschistischen Fahrradblock. Beim Tor 2 angekommen, bewegte sich der Block von rund 250 Personen gemeinsam über den Friedhof zum Partisan:innendenkmal in der Gruppe 88. Dort begann um 14:00. In dieser Gruppe sind mehr als 70 Jugoslawinnen begraben, die als Kriegsgefangene in Wien umkamen. Das Denkmal ist all jenen jugoslawischen Partisaninnen gewidmet, die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Österreich ihr Leben verloren oder verschwanden. Moderiert wurde die Feier von Genoss:innen des KZ-Verband Wien und des KSŠSD. Katja Sturm-Schnabl nahm als Zeitzeugin an der Feier teil und wurde als Ehrengästin begrüßt.
Für den KSŠSD sprach Mira Gabriel (Vorstand), für den Zveza Koroškhi Partizanov (ZKP) sprach Nikolaj Orasche (Vorsitzender), und für den KZ-Verband Wien Mathias Lichtenwagner (Landessekretär). Die Festrede hielt Elena Messner, Literatin und Autorin, Kuratorin der Ausstellung Partizanke-Art (Link DÖW) und Funktionärin des ZKP. Der Beitrag vom KZ-Verband Wien ging auch auf die Geschichte des Denkmals ein und kann hier nachgelesen werden: Rede KZ-Verband 9.Mai. Begleitet wurde die Feier von Liedbeiträgen von zwei Chören, des MoPZ Foltej Hartman aus Kärnten/Koroška und des Chors des KSŠSD.
Den Gefallenen wie vor Ort begabenen wurde mit einer Trauerminute gedacht, Kränze beim Denkmal und Nelken bei den Gräbern abgelegt. Am Ende wurde feierlich mit Sekt angestoßen und um kurz vor 16 Uhr die Rückreise angetreten. Die Fahrt mit der geschmückten Bim endete am Siebensternplatz, wo anschließend mit Getränken, Gulasch sowie Infotischen weitergefeiert wurde. In der kleinen Ausstellung „Bilder der Befreiung“ waren Foto-Aufnahmen von bejubelten Partisan*innen zu sehen, die 1945 am Wiener Ring aufgenommen worden waren.
Die ganze Feier kann hier nachgehört werden: Radio Orange
Zum Vorprogramm der heurigen Feiern zum 8./9. Mai wurden am Mittwoch, 6. Mai zu einer Veranstaltung und Diskussion in die w23 eingeladen. Funf Aktivist:innen aus dem Kreis der Organisator:innen der Feier diskutierten unter dem Titel „Ästhetik des Widerstands, Ästhetik der Erinnerung“, siehe hier: https://wipplinger23.org/event/aesthetik-des-widerstands-aesthetik-der-erinnerung/
Wir danken allen fürs Kommen und die weite Anreise, allen Helfer:innen danken wir für die Mitarbeit!
Partisan:innen-Denkmal am Zentralfriedhof mit KränzenRaoul Narodoslavsky, Obmann des KZ-Verband Wien, legt den Kranz des Verband beim Denkmal abDie Sockel rund um das Denkmal, die die Gräber für die 77 Zwangsarbeiter symbolisierenFoto nach der GedenkfeierDetail des DenkmalsRote Nelken wurden auf die einzelnen Sockel im Gedenken abgelegt Gemeinsamer Zug vom Tor 2 zum Denkmal in der Gruppe 88Gemeinsamer Zug vom Tor 2 zum Denkmal in der Gruppe 88 Die Anreise erfolgte über eine antifaschistisch-geschmückte Straßenbahn vom Ring bis zum Tor 2Besucher:innen der Gedenkfeier beim jugoslawischen DenkmalChor des Slowenischen Chors und Mopz Foltej Hartman singen gemeinsam das Abschlusslied Chor Mopz Foltej Hartman nach der GedenkfeierChor Mopz Foltej Hartman während der GedenkfeierRaoul Narodoslavsky, Obmann des KZ-Verband Wien, mit dem Kranz des VerbandsBesucher:innen der Gedenkfeier beim jugoslawischen DenkmalRudi Burda und Jože Messner während der Gedenkfeier beim jugoslawischen DenkmalElena Messner, Festrednerin der Feier 2026, vor dem Denkmal während ihrer RedeMathias Lichtenwagner spricht für den KZ-Verband WienNikolaj Orasche während seiner Rede für den ZKP vor dem DenkmalNikolaj Orasche während seiner Rede für den ZKP vor dem DenkmalModeration der Gedenkfeier auf Deutsch und SlownenischEinige Ehrengäste, darunter Franc Wakounig, Jože Messner und Katja Sturm-Schnabl (erste Reihe, von links nach rechts)Die Straßenbahn war wie jedes Jahr mit Fahnen und Girlanden geschmücktGeschmückte StraßenbahnGeschmückte StraßenbahnBlick aus der Straßenbahn auf den Fahrrad-BlockGemeinsamer Zug vom Tor 2 zum Denkmal in der Gruppe 88Besucher:innen der Gedenkfeier beim jugoslawischen DenkmalBesucher:innen der Gedenkfeier beim jugoslawischen DenkmalBesucher:innen der Gedenkfeier beim jugoslawischen DenkmalDetail des DenkmalsBesucher:innen der Gedenkfeier beim jugoslawischen DenkmalRaoul Narodoslavsky, Obmann des KZ-Verband Wien, gibt ein InterviewChor Mopz Foltej Hartman während der GedenkfeierKatja Sturm-Schnabl, Jože Messner
Die Veranstaltung wurde vom Zukunftsfonds gefördert.
Der KZ-Verband Wien lud am 22. April 2026 im Rahmen seiner Reihe „Jour Fixe“ zur Broschürenpräsentation der Initiative Antifaschistisches Gedenken (IAG). Etwa 40 Leute kamen, um sich über die Arbeit der IAG zu informieren und den Gedankenaustausch miteinander zu pflegen.
Vorstellung der Initiative und ihrer Broschüre
Die Initiative Antifaschistisches Gedenken arbeitet zum rechtsextremen Bombenterror der 90er Jahre, der in erster Linie gegen Minderheitenangehörige, von Rassismus Betroffene und ihre Unterstützer:innen gerichtet war.
Die IAG setzt sich seit ihrem Entstehen im Jahr 2023 mit der (fehlenden) Erinnerung an den Bombenterror auseinander – und nicht zuletzt mit der Frage, warum dieses Thema gesellschaftlich nicht verhandelt wird. Die Initiative hat sich mit dem Ziel gegründet, einen Beitrag zu den Bemühungen zu leisten, diese Lücke im österreichischen Bewusstsein zu schließen.
Unter der Leitfrage „Wie kann und soll eine antifaschistische und solidarische Gedenkpraxis aussehen?“ hat die IAG in den letzten zwei Jahren mit Betroffenen, (Minderheiten-)Angehörigen, Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen gesprochen und diskutiert. Ein erstes Ergebnis dieser Arbeit wird nun in der von ihnen herausgegebenen Broschüre „Versäumte Erinnerung?“ präsentiert.
Preisverleihung Ernst-Kirchweger-Preis
Anschließend an die Diskussion erfolgte die Verleihung des Ernst-Kirchweger-Preises 2026 des KZ-Verbands Wien an die Initiative Antifaschistisches Gedenken.