Der Ernst-Kirchweger-Gedenkpreis

für antifaschistische und systemkritische Aufklärungsarbeit von Jugendlichen und für Jugendliche

Zum 55. Todestag von Ernst Kirchweger hat sich der KZ-Verband Wien entschlossen, einen nach Kirchweger benannten Preis für antifaschistische und systemkritische Jugendarbeit einzurichten. Durch zivilgesellschaftliches Engagement konnte 2018 die Entfernung von Kirchwegers Grabmal knapp verhindert werden. Dank der damals eingegangenen Spenden wurde die Einrichtung dieses Preises möglich.

Thematische Ausrichtung und Kriterienkatalog

Ernst Kirchweger war zeitlebens ein aktiver Antifaschist, der während einer Demonstration am 31. März 1965 durch die Hand eines Rechtsextremisten, der faschistische Parolen grölte, niedergeschlagen wurde, weil er auf diesen aufklärerisch einwirken wollte. Am 2. April 1965 erlag Kirchweger seinen Verletzungen. Er ist damit das erste Todesopfer politischer Gewalt in der Zweiten Republik. Sein Begräbnis vereinte 25.000 Menschen, unter ihnen die halbe Bundesregierung und die Führung des ÖGB, zu einer Trauerfeier, die zu einer eindrucksvollen antifaschistischen Kundgebung wurde.

Der vom KZ-Verband Wien gestiftete Preis soll Jugendarbeit aller Art fördern, die ein antifaschistisches und/oder sozialkritisches Thema zum Inhalt hat. Jugendliche sollen damit unterstützt werden, Menschen mit ihrer Aufklärungsarbeit zu erreichen, so wie dies Ernst Kirchweger 1965 beabsichtigte.

Die Kriterien für einzureichende Projekte lauten wie folgt:

  • Die beantragenden Personen bzw. Personengruppen müssen Schüler_innen, Lehrlinge oder Studierende sein. Einzelpersonen sollen nicht älter als 25 Jahre sein, bei Personengruppen soll das Durchschnittsalter unter 25 sein.
  • Es kann jede Art von Jugendarbeit gefördert werden, z.B. geplante oder begonnene Projekte, (Abschluss-)Arbeiten, geplante Veranstaltungen und Kundgebungen.
  • Antragsberechtigt sind in Österreich lebende Personen, unabhängig von Aufenthaltstitel oder Staatsbürgerschaft.
  • Das Thema der Arbeit muss eine antifaschistische oder systemkritische Ausrichtung und aufklärerische Absicht haben.

Die Jury für die Auswahl der zu dotierenden Arbeiten besteht ausfolgenden Personen:

  • Winfried R. Garscha (Forschungsstelle Nachkriegsjustiz am DÖW), Vorsitzender der Jury
  • Kathrin Glösel, MA (Politikwissenschaftlerin)
  • Manfred Mugrauer (Alfred Klahr Gesellschaft, Wien)
  • in Dr.in Katja Sturm-Schnabl (Verband der Kärntner Partisaninnen und Partisanen und Freunde des antifaschistischen Widerstands)
  • Ferdinand Lacina (ehem. Bundesminister für Finanzen)
  • in Claudia Kuretsidis-Haider (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)

Fristen und Details

Es können bis zu drei Arbeiten im Jahr gefördert werden. In Summe wird durch die Jury ein Preisgeld von 1.000€ pro Jahr vergeben. Das Preisgeld kann, wenn nötig, aufgestockt werden. Die Verleihung soll jährlich am Todestag vom Ernst Kirchweger, dem 2. April stattfinden. Der Ort wird bekannt gegeben.

Die Frist für die Einreichung des Antrags ist jeweils am 31. Jänner.

Neben einem Lebenslauf ist ein kurzes Exposé mit einer Beschreibung des Vorhabens bzw. des Projekts einzureichen. Wir bitten auch um Bilder oder anderes Material, falls vorhanden.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an den Vorsitzenden der Jury, Winfried R. Garscha, unter bureau.siglgasse@gmx.at oder an die Kassierin des KZ-Verbands Vedrana Covic unter vedrana.covic@kz-verband-wien.at.

Rechtliche Hinweise

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitglieder und MitarbeiterInnen des KZ-Verbandes sind von der Preisvergabe ausgenommen. Bei Abstimmungen in der Jury gibt die einfache Stimmenmehrheit den Ausschlag. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag. Weitere Bestimmungen zum Prozedere können von der Jury durch eine Geschäftsordnung autonom festgelegt werden. Bei Einreichung des Antrags erklären Sie sich bereit, im Falle einer Zuerkennung an der Preisverleihung teilzunehmen und eine Veröffentlichung dort angefertigter Fotos und des Projektes an sich zu gestatten.

Nie wieder Krieg.

Nie wieder Faschismus.