Am 61. Todestag von Ernst Kirchweger gedachten rund 55 bis 60 Menschen in Wien seiner und aller anderen Opfer rechter Gewalt.
Ernst Kirchweger war am 31. März 1965 während einer Anti-Borodajkewycz-Demonstration von einem Aktivisten des FPÖ-nahen Rings Freiheitlicher Studenten (RFS) niedergeschlagen worden und am 2. April 1965 an den dabei erlittenen Verletzungen gestorben. Er ist damit eines der ersten bekannten Todesopfer rechtsextremer Gewalt in der Zweiten Republik.
Den Auftakt des Gedenktages bildete eine Kranzniederlegung durch den KZ-Verband Wien am Grab von Ernst Kirchweger am Urnenhain bei der Feuerhalle Wien Simmering.

Im Anschluss fand vor der Wiener Staatsoper eine gemeinsame Gedenkkundgebung mit antifaschistischen Gruppen statt. Redebeiträge kamen von Michael Genner (ehemaliger Vorsitzender von Asyl in Not), der Initiative Antifaschistisches Gedenken, dem Kommunistischen Studierendenverband – Linke Liste (KSV-LiLi), der Gruppe für Organisierten Antifaschismus, dem Verein Gedenkdienst, sowie vom Landessekretär des Wiener KZ-Verbands. Die musikalische Begleitung übernahm Rudi Burda vom KZ-Verband Wien.
Im Rahmen der Kundgebung wurden außerdem die diesjährigen Preisträger:innen des Ernst-Kirchweger-Gedenkpreises bekanntgegeben. Die Jury – bestehend aus Ferdinand Lacina, Katja Sturm-Schnabl, Claudia Kuretsidis-Haider, Manfred Mugrauer und Winfried Garscha – vergab den Preis an die Initiative Antifaschistisches Gedenken. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Veranstaltung zur Vorstellung der Broschüre „Versäumte Erinnerung? Rechtsextremer Bombenterror 1993–1996 in Österreich“ statt.






Die gesamte Kundgebung mit allen Redebeiträgen – sehr hörenswert! – ist im Cultural Broadcasting Archive nachzuhören: https://cba.fro.at/767089