Kulturambulanz am Volksstimmefest

Nach einer langen Durststrecke öffnen die KZ-Verbände Wien und Niederösterreich wieder ihr Zelt in der Initiativenstraße am Volksstimmefest. In unserer Kulturambulanz haben wir Freundinnen und Freunde eingeladen, die uns ein buntes Programm bieten, von allem das, was wir in den letzten Monaten schwer vermisst haben. Nicht nur das Gulasch und das Bier, vor allem wieder eine ordentliche Portion Kultur! 

Samstag 4.9. (Änderungen möglich) 

15:00 Rudi Burda – Lesung aus „Sandige Leiten, rote Saat“ musikalisch begleitet von Billy Wotawa
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15:40 Iris Stern – „Geschichten im Ernst“ 
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16:30 Luis Stabauer – Lesung aus „Die Weißen“, musikalisch begleitet von Reinhart Sellner 

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17:20 Maren Rahmann/Laut Fragen 
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Sonntag 5. 9. 

14:00 Kurti Winterstein – Wie immer wird er spontan entscheiden, was er spielt und wie es gerade passt 
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14:50 Georg Tidl – Lesung ____________________________

15:40 Nena Kiesler, Poetry Slam 
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16:30 Rudi Burda und seine Hawara unter dem Motto Liederbegegungen __________________________________________

17:20 Hozan Qamber & Band __________________________________________

Ihr findet uns in der Mitte der Initiativenstraße. Bitte beachtet, dass für den Zutritt ins Zelt – und somit zur Bühne – die 3G Regeln einzuhalten sind. 

Eröffnung der Erinnerungstafel der Synagoge in Hohenau

Gedenktafelenthüllung (von links nach rechts: Wolfgang Gaida, Reinhard Brandstetter, Hannah Lessing, Albert Dlabaja)

Die „Initiative für Erinnerungskultur Hohenau“ hat mit Unterstützung des KZ-Verbandes Niederösterreich schon einiges geschafft, wie den jüdischen Friedhof in Hohenau vom Unkraut zu befreien, für Bruno Heilig, einen gegen das Naziregime widerständigen Hohenauer, eine Gedenktafel an sein Elternhaus zu montieren. 

Jetzt gedenken sie mit einer Erinnerungstafel der 1939 abgetragenen Synagoge. Diese Tafel wurde am 13. August in Anwesenheit des Bürgermeisters von Hohenau, Wolfgang Gaida, des Initiators der Initiative, Reinhard Brandstetter, der Generalsekretärin d. Nationalfonds der Republik Österreich Hannah Lessing, des früheren Obmanns des KZ-Verbandes, Albert Dlabaja, der auch für die musikalische Untermalung sorgte, sowie der neuen Obfrau Birgit Hebein und dem Vorstandsmitglied Renate Sassmann, eröffnet. 

Zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion

Vor 80 Jahren, am 22. Juni 1941, überfiel die Deutsche Wehrmacht mit dreieinhalb Millionen Soldaten die Sowjetunion.


Anlässlich des Jahrestages eröffnete der deutsche Bundespräsident im deutsch-russischen Museum in Berlin-Karlshorst eine Ausstellung zum Thema „Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg“. Die Ausstellung dokumentiert das gigantische Mordprogramm der Deutschen Wehrmacht an den sowjetischen Kriegsgefangenen – sie ließ von den insgesamt 5 Millionen gefangen genommenen Soldaten der Roten Armee 3,3 Millionen verhungern, erfrieren oder an Krankheiten zugrunde gehen; 80.000 Sowjetsoldaten wurden erschossen. Dieser Krieg, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, „wirft einen langen Schatten, und in diesem Schatten stehen wir bis heute“.

Siehe: https://www.berliner-zeitung.de/wochenende/frank-walter-steinmeier-im-deutsch-russischen-museum-karlshorst-li.166079


Mehr als eine Viertelmillion der Soldaten dieser Aggressionsarmee waren Österreicher. Hat jemand etwas von österreichischen PolitikerInnen gehört, die diesen Jahrestag in ähnlicher Weise gewürdigt hätten? An die aus Österreich stammenden Soldaten wird bei uns lieber aus Anlass der deutschen Niederlage bei Stalingrad Anfang 1943 erinnert, weil da die österreichischen Wehrmachtssoldaten einen besonders hohen Anteil an den ‚deutschen‘ Gefallenen und in Gefangenschaft Umgekommenen bildeten – klar: Österreicher als Opfer… 
Immerhin: Die „Presse“ veröffentliche einen Beitrag des aus Russland stammenden österreichischen Schriftstellers Vladimir Vertlib, der dafür plädierte, den Tag des Überfalls der Wehrmacht auf die Sowjetunion auch in Österreich zu einem Gedenktag zu machen. Nicht nur wegen des ungeheuren Blutzolls, den dieser Krieg forderte (die historische Forschung geht heute von 27 Millionen Toten auf sowjetischer Seite aus), sondern auch, weil der mit so großen Opfern errungene Sieg über Hitler „das größte Geschenk“ war, das „die Sowjetunion […] der Welt gemacht“ hatte. Ohne diese gewaltige militärische Kraftanstrengung „hätten die Nazi-Herrschaft über Europa und der Zweite Weltkrieg wohl erheblich länger gedauert“. („Ein Leben im Schatten des 22. Juni 1941“, Die Presse 18. Juni 2021)

Lese-Tipp: Ein Aufsatz von Friedl Garscha aus dem Jahre 1991 („Die Sowjetunion am 22. Juni 1941“):

https://kpoe.at/home/positionen/geschichte/1991/die-sowjetunion-am-22-juni-1941