Der Tag der Befreiung vom Faschismus wurde am 9. Mai 2026 ausgiebig und mit einem vollen Programm begangenen und stand im Zeichen des Dankes und der Anerkennung des antifaschistischen Widerstands der jugoslawischen Partisaninnen. Dazu luden der KZ-Verband Wien, der Klub slowenischer Studentinnen in Wien/Klub slovenskih študentk*študentov na Dunaju (KSŠŠD) und der Verband der Kärntner Partisanen/Zveza Koroškhi Partizanov (ZKP).
Um 10.00 wurde ein Kranz beim Denkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz niedergelegt um den Soldat:innen der Roten Armee für ihren Beitrag zur Befreiung zu danken. Um 13:00 startete die festlich-geschmückte, historische Wiener Straßenbahn vom Schubertring Richtung Zentralfriedhof. Sie wurde begleitet von einem antifaschistischen Fahrradblock. Beim Tor 2 angekommen, bewegte sich der Block von rund 250 Personen gemeinsam über den Friedhof zum Partisan:innendenkmal in der Gruppe 88. Dort begann um 14:00. In dieser Gruppe sind mehr als 70 Jugoslawinnen begraben, die als Kriegsgefangene in Wien umkamen. Das Denkmal ist all jenen jugoslawischen Partisaninnen gewidmet, die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Österreich ihr Leben verloren oder verschwanden. Moderiert wurde die Feier von Genoss:innen des KZ-Verband Wien und des KSŠSD. Katja Sturm-Schnabel nahm als Zeitzeugin an der Feier teil und wurde als Ehrengast begrüßt.
Für den KSŠSD sprach Mira Gabriel (Vorstand), für den Zveza Koroškhi Partizanov (ZKP) sprach Nikolaj Orasche (Vorsitzender), und für den KZ-Verband Wien Mathias Lichtenwagner (Landessekretär). Die Festrede hielt Elena Messner, Literatin und Autorin, Kuratorin der Ausstellung Partizanke-Art (Link DÖW) und Funktionärin des ZKP. Der Beitrag vom KZ-Verband Wien ging auch auf die Geschichte des Denkmals ein und kann hier nachgelesen werden: Rede KZ-Verband 9.Mai. Begleitet wurde die Feier von Liedbeiträgen von zwei Chören, des MoPZ Foltej Hartman aus Kärnten/Koroška und des Chors des KSŠSD.
Den Gefallenen wie vor Ort begabenen wurde mit einer Trauerminute gedacht, Kränze beim Denkmal und Nelken bei den Gräbern abgelegt. Am Ende wurde feierlich mit Sekt angestoßen und um kurz vor 16 Uhr die Rückreise angetreten. Die Fahrt mit der geschmückten Bim endete am Siebensternplatz, wo anschließend mit Getränken, Gulasch sowie Infotischen weitergefeiert wurde. In der kleinen Ausstellung „Bilder der Befreiung“ waren Foto-Aufnahmen von bejubelten Partisan*innen zu sehen, die 1945 am Wiener Ring aufgenommen worden waren.
Die ganze Feier kann hier nachgehört werden: Radio Orange
Zum Vorprogramm der heurigen Feiern zum 8./9. Mai wurden am Mittwoch, 6. Mai zu einer Veranstaltung und Diskussion in die w23 eingeladen. Funf Aktivist:innen aus dem Kreis der Organisator:innen der Feier diskutierten unter dem Titel „Ästhetik des Widerstands, Ästhetik der Erinnerung“, siehe hier: https://wipplinger23.org/event/aesthetik-des-widerstands-aesthetik-der-erinnerung/
Wir danken allen fürs Kommen und die weite Anreise, allen Helfer:innen danken wir für die Mitarbeit!
Die Veranstaltung wurde vom Zukunftsfonds gefördert.
