Bericht: Führung durch die Ausstellung Partizan★ke Art

Im Rahmen des Verbands-Jour-Fixe fand am Freitag, den 26. Juni 2026, eine Führung durch die Ausstellung „Partizan★ke Art“ statt. Rund 30 Personen fanden sich bei sommerlich heißen Temperaturen im Pavillon V (nicht 5 !) des Otto-Wagner-Areals ein.

Elena Messner, eine der Gestalterinnen der Ausstellung, führte die Gruppe durch alle Räume und ging dabei auf einzelne Objekte und deren Entstehungsgeschichte im Detail ein. Ihr war ein zentraler Punkt besonders wichtig: Bei den gezeigten Stücken handelt es sich nicht um Kunstobjekte, die über den Einsatz der Partisan*innen berichten, sondern um Originalprodukte, die größtenteils von den Partisan*innen selbst hergestellt wurden – etwa Teppiche aus Partisaninnen-Webereien oder Fotografien, die die parallel zum Kampf aufgebauten Alphabetisierungsstrukturen dokumentieren. Diese Bildungsarbeit war Teil des Aufbaus eines neuen Staates und einer neuen Gesellschaft.

Anschaulich erzählte Messner auch die Geschichte eines Theaterensembles, das sich geschlossen den Partisan*innen anschloss und dort weiterhin revolutionäres Theater aufführte.

Kurz anwesend waren auch Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler sowie DÖW-Leiter Andreas Kranebitter.

Die Ausstellung ist noch bis November zu sehen, der Eintritt ist kostenlos.

Präsentation und Verleihung: Ernst-Kirchweger-Preis 2026 für die Initiative Antifaschistisches Gedenken

Der KZ-Verband Wien lud am 22. April 2026 im Rahmen seiner Reihe „Jour Fixe“ zur Broschürenpräsentation der Initiative Antifaschistisches Gedenken (IAG). Etwa 40 Leute kamen, um sich über die Arbeit der IAG zu informieren und den Gedankenaustausch miteinander zu pflegen.

Vorstellung der Initiative und ihrer Broschüre

Die Initiative Antifaschistisches Gedenken arbeitet zum rechtsextremen Bombenterror der 90er Jahre, der in erster Linie gegen Minderheitenangehörige, von Rassismus Betroffene und ihre Unterstützer:innen gerichtet war.

Die IAG setzt sich seit ihrem Entstehen im Jahr 2023 mit der (fehlenden) Erinnerung an den Bombenterror auseinander – und nicht zuletzt mit der Frage, warum dieses Thema gesellschaftlich nicht verhandelt wird. Die Initiative hat sich mit dem Ziel gegründet, einen Beitrag zu den Bemühungen zu leisten, diese Lücke im österreichischen Bewusstsein zu schließen.

Unter der Leitfrage „Wie kann und soll eine antifaschistische und solidarische Gedenkpraxis aussehen?“ hat die IAG in den letzten zwei Jahren mit Betroffenen, (Minderheiten-)Angehörigen, Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen gesprochen und diskutiert. Ein erstes Ergebnis dieser Arbeit wird nun in der von ihnen herausgegebenen Broschüre „Versäumte Erinnerung?“ präsentiert.

Preisverleihung Ernst-Kirchweger-Preis

Anschließend an die Diskussion erfolgte die Verleihung des Ernst-Kirchweger-Preises 2026 des KZ-Verbands Wien an die Initiative Antifaschistisches Gedenken.

Verbands-Jour Fixe „Karte des Widerstands in Kärnten/Koroška“

Präsentation der „Karte des Widerstands in Kärnten/Koroška“ / Predstavitev Zemljevida »Zemljevid upora na Koroškem« – Ein Bericht vom Verbands-Jour Fixe am 21. Mai 2025

Wer zu Fuß, mit dem Auto oder sonst wie in Kärnten unterwegs ist, hat ab jetzt die Möglichkeit, mithilfe einer Karte ganz besondere Orte aufzusuchen. Elsa Logar und Jakob Holzer stellten uns ihre Arbeit an dieser Karte, die sie für den ZKP (Zveza koroških partizanov/Verband der Kärntner Partisan*innen) produziert haben, vor. Verzeichnet sind in ihr derzeit 102 Orte und Wege, die in irgendeiner Form an den Widerstand gegen den Nazismus erinnern. Die Gestaltung der einzelnen Orte weist eine große Bandbreite auf, von schlichten Grabkreuzen über Gedenktafeln bis zu aufwendig künstlerisch gestalteten Monumenten.

In der Präsentation der Arbeit und der Diskussion ging es unter anderem darum, welche wechselvolle Geschichte mit manchen Denkmälern verbunden ist. Sie wurden verlegt, abmontiert, verliehen, beschmiert, erneuert. So werfen die Kurzcharakteristiken, die die Karte enthält, auch Blitzlichter auf die Art und Weise, in der in Kärnten mitunter die Erinnerung an den Kampf gegen den Faschismus „gepflegt“ wird: durch verächtlich-Machen, durch Beschmutzen, durch Ignorieren. Dokumentiert wird aber auch die Beharrlichkeit, mit welcher Einzelpersonen und Organisationen das Gedenken wachhalten. Dass für die nächste Auflage, die in Vorbereitung ist, schon weitere Orte gefunden wurden, zeigt, dass das Gedenken eine aktuelle Herausforderung bleibt.

Die Karte gibt’s im Verband auch zum Mitnehmen für alle, die einen Aufenthalt in Kärnten einmal anders planen wollen.

R.B.