Präsentation und Verleihung: Ernst-Kirchweger-Preis 2026 für die Initiative Antifaschistisches Gedenken

Der KZ-Verband Wien lud am 22. April 2026 im Rahmen seiner Reihe „Jour Fixe“ zur Broschürenpräsentation der Initiative Antifaschistisches Gedenken (IAG). Etwa 40 Leute kamen, um sich über die Arbeit der IAG zu informieren und den Gedankenaustausch miteinander zu pflegen.

Vorstellung der Initiative und ihrer Broschüre

Die Initiative Antifaschistisches Gedenken arbeitet zum rechtsextremen Bombenterror der 90er Jahre, der in erster Linie gegen Minderheitenangehörige, von Rassismus Betroffene und ihre Unterstützer:innen gerichtet war.

Die IAG setzt sich seit ihrem Entstehen im Jahr 2023 mit der (fehlenden) Erinnerung an den Bombenterror auseinander – und nicht zuletzt mit der Frage, warum dieses Thema gesellschaftlich nicht verhandelt wird. Die Initiative hat sich mit dem Ziel gegründet, einen Beitrag zu den Bemühungen zu leisten, diese Lücke im österreichischen Bewusstsein zu schließen.

Unter der Leitfrage „Wie kann und soll eine antifaschistische und solidarische Gedenkpraxis aussehen?“ hat die IAG in den letzten zwei Jahren mit Betroffenen, (Minderheiten-)Angehörigen, Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen gesprochen und diskutiert. Ein erstes Ergebnis dieser Arbeit wird nun in der von ihnen herausgegebenen Broschüre „Versäumte Erinnerung?“ präsentiert.

Preisverleihung Ernst-Kirchweger-Preis

Anschließend an die Diskussion erfolgte die Verleihung des Ernst-Kirchweger-Preises 2026 des KZ-Verbands Wien an die Initiative Antifaschistisches Gedenken.

Verbands-Jour Fixe „Karte des Widerstands in Kärnten/Koroška“

Präsentation der „Karte des Widerstands in Kärnten/Koroška“ / Predstavitev Zemljevida »Zemljevid upora na Koroškem« – Ein Bericht vom Verbands-Jour Fixe am 21. Mai 2025

Wer zu Fuß, mit dem Auto oder sonst wie in Kärnten unterwegs ist, hat ab jetzt die Möglichkeit, mithilfe einer Karte ganz besondere Orte aufzusuchen. Elsa Logar und Jakob Holzer stellten uns ihre Arbeit an dieser Karte, die sie für den ZKP (Zveza koroških partizanov/Verband der Kärntner Partisan*innen) produziert haben, vor. Verzeichnet sind in ihr derzeit 102 Orte und Wege, die in irgendeiner Form an den Widerstand gegen den Nazismus erinnern. Die Gestaltung der einzelnen Orte weist eine große Bandbreite auf, von schlichten Grabkreuzen über Gedenktafeln bis zu aufwendig künstlerisch gestalteten Monumenten.

In der Präsentation der Arbeit und der Diskussion ging es unter anderem darum, welche wechselvolle Geschichte mit manchen Denkmälern verbunden ist. Sie wurden verlegt, abmontiert, verliehen, beschmiert, erneuert. So werfen die Kurzcharakteristiken, die die Karte enthält, auch Blitzlichter auf die Art und Weise, in der in Kärnten mitunter die Erinnerung an den Kampf gegen den Faschismus „gepflegt“ wird: durch verächtlich-Machen, durch Beschmutzen, durch Ignorieren. Dokumentiert wird aber auch die Beharrlichkeit, mit welcher Einzelpersonen und Organisationen das Gedenken wachhalten. Dass für die nächste Auflage, die in Vorbereitung ist, schon weitere Orte gefunden wurden, zeigt, dass das Gedenken eine aktuelle Herausforderung bleibt.

Die Karte gibt’s im Verband auch zum Mitnehmen für alle, die einen Aufenthalt in Kärnten einmal anders planen wollen.

R.B.

Verbands-Jour-Fixe: „Küchengespräche mit Rebellinnen“

Am Abend des 12. Februar 2025 wurde im Verbandslokal der Film „Küchengespräche mit Rebellinnen“ gezeigt.

„Vier Frauen erzählen über ihren Widerstand im Nationalsozialismus. Agnes Primocic aus Hallein unterstützt die Flucht von Häftlingen aus dem KZ, sammelt unter großer Gefahr Männerkleider, schmuggelt mit ihrer Freundin eine Pistole und organisiert Unterschlupf für die Entkommenen. Johanna Sadolschek-Zala, Slowenin aus Südkärnten, kann durch ihre List und Ortskenntnis einem Großaufgebot der Gendarmerie und Gestapo entfliehen. Sie schließt sich den Partisanen an. Rosl Grossmann-Breuer aus Wien sabotiert in einem Kriegsbetrieb und ist nach ihrer Verhaftung den quälenden Verhören der Gestapo im Hotel Metropol ausgesetzt. Anni Haider erinnert sich an ihre Zeit im Gefängnis in Wien und Aichach, an die Solidarität unter den Häftlingen und ihre Tagträume in der Einzelzelle.“ (übernommen von hier)

Karin Berger, eine der Frauen, die diesen Film machten, stellte sich anschließend der sehr engagierten Diskussion.

Abgeschlossen wurde dieser Abend aus Anlass der geplatzten Koalitionsverhandlungen blau-schwarz und zur Stärkung für weitere Kämpfe mit einigen Runden vom Zwetschkernen.

Der „Verbands-Jour Fixe“ ist eine Möglichkeit für Mitglieder des Verbands zum politischen und persönlichen Austausch und Kennenlernen über die Generationen hinweg.