Februarkundgebung des Wiener KZ-Verbands in Floridsdorf

Mitglieder des Wiener KZ-Verbands legten zum Gedenken an die Februarkämpfe 1934 am Denkmal für den vom Dollfuß-Regime hingerichteten Floridsdorfer Schutzbund-Führer und Feuerwehrkommandanten Georg Weissel einen Kranz nieder. Anschließend zogen sie durch die Weisselgasse, vorbei an der Hauptfeuerwache Floridsdorf, zur Gedenktafel beim Floridsdorfer Markt, die an die Opfer der Kämpfe um den Schlingerhof erinnert, um dort ebenfalls einen Kranz anzubringen. Interessierte PassantInnen dankten für die Aktion und beteiligten sich am Gedenken.

Aus Wien Geschichte Wiki: Am 13. Februar 1934 fiel Weissel die Aufgabe zu, das Floridsdorfer Polizeikommissariat auszuschalten, wobei er von bewaffneten Straßenbahnern und einer im Schlingerhof stationierten Schutzbundabteilung unterstützt werden sollte. Obwohl nur eine verschwindende Minderheit der ihm unterstellten Feuerwehrleute ausharrte, lehnte er es entschieden ab, den Kampf abzubrechen; er wurde nach kurzer Zeit von Polizeieinheiten überwältigt, verhaftet und wegen Aufruhrs zum Tod durch den Strang verurteilt.

Gedenkfeier für Grete Jost am 10. Jänner 2026

Tafel für Grete Jost, Rabenhof, 1030 Wien Baumgasse 39
Margarete Jost, * 26. Mai 1916 Wien, † 15. Jänner 1943 Wien, Verkäuferin, Kommunistin, Widerstandskämpferin.

Trotz winterlicher Kälte versammelten sich am 10. Jänner 2026 rund 50 Menschen bei der Gedenktafel in der Baumgasse 39 im dritten Wiener Gemeindebezirk, um der kommunistischen Widerstandskämpferin Grete Jost zu gedenken. Die vom überparteilichen antifaschistischen Personenkomitee Landstraße veranstaltete Kundgebung unter dem Motto „Niemals vergessen! – Erinnern für die Zukunft“ war gut besucht und vereinte Generationen: Junge und alte Menschen standen gemeinsam am Ort des Gedenkens.

Der KZ-Verband Wien war mit einigen Mitgliedern vertreten. In vielseitigen Reden wurde an Grete Jost erinnert, die 1934 der bereits verbotenen KPÖ beigetreten war und sich aktiv im Widerstand gegen das NS-Regime engagierte. Sie verteilte antifaschistische Schriften, warb neue Mitglieder, sammelte Beitragsgelder für verhaftete Genossinnen und Genossen und fungierte ab 1938 als wichtige Verbindungsperson zwischen Funktionär:innen in Wien und Parteigenoss:innen entlang der Südbahnstrecke. Am 8. Februar 1941 wurde Margarete Jost verhaftet und am 23. September 1942 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt. Am 15. Jänner 1943 wurde sie im Alter von nur 27 Jahren hingerichtet.

Im Anschluss an die Gedenkfeier bei der Tafel fand ein Ausklang im Bezirksmuseum Landstraße statt.

Gedenken am Roma-Mahnmal in Lackenbach

Am 15. November fand in Lackenbach die jährliche Gedenkveranstaltung der Roma-Verbände gemeinsam mit der burgenländischen Landesregierung statt. Im November 1940 war hier das nationalsozialistischen Anhaltelager errichtet worden, im November 1941 begannen die Massendeportationen in die Vernichtungslager. Besonders eindrucksvoll war der Auftritt von Schülerinnen und Schüler der Klasse 6A des BG/BRG/BORG Oberpullendorf. Für den Kulturverein österreichischer Roma sprach Obmann Christian Klippl, die Bundesregierung wurde durch Justizministerin Anna Sporrer vertreten. 

Die Arbeitsgemeinschaft der NS-Opferverbände und WiderstandskämpferInnen ermöglichte Angehörigen aller drei Organisationen – darunter Mitgliedern der Landesverbände Wien und Niederösterreich des KZ-Verbands – die Teilnahme an der Veranstaltung durch einen Bus aus Wien. 

Kranzniederlegung durch Friedl Garscha (stv. Bundesvorsitzender KZ-Verband), Gabi Tremmel-Yakali (burgenländische Landesvorsitzende der Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen) und Clemens Hornich (Tiroler Landesvorsitzender der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten)
Schülerinnen und Schüler der Klasse 6A des BG/BRG/BORG Oberpullendorf