Auch dieses Jahr hatte der Wiener KZ-Verband einen Infotisch zum 1. Mai am Ring auf der Höhe des Palais Epstein aufgestellt, unterstützt von den Kamerad:innen des nö. Verbands. Viele Freund:innen, Kamerad:innen besuchten uns, tranken mit uns Kaffee, holten sich den neuen Mahnruf, diskutierten mit uns.
Danke an alle Kamerad*innen die bei der Betreuung des Infotisches geholfen haben – Hoch der 1. Mai!
1. Mai 2025, Infostand des KZ-Verbands Wien am Ring, Foto: M.L.1. Mai 2025, Infostand des KZ-Verbands Wien am Ring, Foto: M.L.
Gedenken Novemberpogrom in der Brigittenau Wann: 9.11.2025, 18:30 Wo: Ehemalige Synagoge Kluckygasse, Kluckygasse 11 – 13, 1200 Wien (Kerzen, Kulturprogramm) Danach weiter zur ehem. Synagoge Kaschlgasse, Fußweg 5 Minuten (Kerzen, Kulturprogramm) Männer sind gebeten eine Kopfbedeckung zu tragen.
Die diesjährige Befreiungsfeier in Mauthausen stand ganz im Zeichen des 80. Jahrestags der Lagerbefreiung – ein besonderes Jubiläum, das auch für uns im Landesverband Wien spürbar war.
Unser Bus war binnen kürzester Zeit ausgebucht, und insbesondere viele junge Genossinnen und Kameradinnen schlossen sich uns dieses Mal an. Bereits während der Anreise boten unsere Genossen Narodoslavsky und Garscha Einführungsvorträge zur Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen sowie zur Befreiung durch die Alliierten.
Bei der Ankunft an der Gedenkstätte wurde sofort deutlich, dass es sich um ein besonderes Gedenkjahr handelte – der Andrang war enorm. Gleichzeitig stellt sich dabei die Frage, warum Gedenken nicht auch an anderen Tagen und in weniger runden Jubiläumsjahren eine vergleichbare gesellschaftliche Relevanz erfährt. Gerade in Zeiten eines zunehmenden gesellschaftlichen Rechtsrucks ist die aktive, antifaschistische Erinnerungskultur umso wichtiger.
Zu Beginn begaben wir uns zum Karbyschew-Denkmal, um dem sowjetischen Artillerie-General Dmitri Michailowitsch Karbyschew zu gedenken, der 1945 im Lager ermordet wurde. Augenzeug*innenberichten zufolge wurde er bei eisiger Kälte mit kaltem Wasser übergossen, bis er erfror – eine grausame Foltermethode, die exemplarisch für das Leid steht, das unzählige Gefangene im Lager erdulden mussten. Sie wurden Opfer des menschenverachtenden nationalsozialistischen Terrors.
Gemeinsam mit unseren Kameradinnen der „Arbeitsgemeinschaft der NS-Opfer-Verbände und WiderstandskämpferInnen“ versammelten wir uns anschließend zum offiziellen Teil der Zeremonie. Es war erfreulich und ermutigend zu sehen, dass wir in diesem Jahr als großer, vielfältiger Block auftraten. Nach der Kranzniederlegung und dem offiziellen Gedenken blieb noch Zeit für Gespräche mit Delegationen anderer Organisationen sowie für den Austausch mit Freund*innen und Genoss*innen verschiedenster Initiativen und Institutionen.
Zum Ausklang fanden wir uns am frühen Nachmittag zu einem gemeinsamen Mittagessen ein, bei dem die Erlebnisse des Tages nachbesprochen und weiterführende Diskussionen geführt wurden. Anschließend setzten wir gestärkt unsere Rückfahrt fort.