Gedenkfahrt nach Engerau

Sonntag, 17. April 2016: 16. Gedenkfahrt nach Engerau / Bratislava-Petržalka

Die Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz führt jedes Jahr eine Gedenkfahrt zu den Gedächtnisorten des ehemaligen Lagers für ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in Engerau (Petržalka) in Bratislava durch, wo Hunderte Häftlinge von – meist Wiener – SA-Männern und Gestapobeamten ermordet wurden. Der KZ-Verband Wien ist seit drei Jahren Mitveranstalter dieser Gedenkfahrt.
Vor der Gedenkfeier beim Mahnmal auf dem Friedhof in Petržalka (11 Uhr) findet in diesem Jahr beim ehemaligen Teillager „Leberfinger“ im Aupark die Enthüllung eines Gedenksteines für die Opfer des Lagers Engerau, errichtet von der Stadtgemeinde Bratislava statt (9.30 Uhr).
Weitere Gedenkveranstaltungen in Österreich folgen am Nachmittag: Wolfsthal (13 Uhr) und Bad Deutsch-Altenburg (16 Uhr).

Treffpunkt: 7.45 Uhr, Praterstern/Ecke Heinestraße
(Rückkehr nach Wien ca. 18 Uhr)

Anmeldung:
E-mail: claudia.kuretsidis@nachkriegsjustiz.at oder telef. im DÖW (22 89 469 / 315)

Details auf der Web-Site der Forschungsstelle Nachkriegsjustiz

Biedermann Karl, Huth Alfred, Raschke Rudolf
Biedermann Huth Raschke

Ort: Wien 21, Am Spitz, Amtshaus

Text:

SIE KÄMPFTEN UND STARBEN FÜR IHR VATERLAND

DEN ÖSTERREICHISCHEN FREIHEITSKÄMPFERN

MAJOR KARL BIEDERMANN

HAUPTMANN ALFRED HUTH

OBERLEUTNANT RUDOLF RASCHKE

ZUM GEDENKEN,

DIE AM 8. APRIL 1945 IN FLORIDSDORF AM SPITZ VON

DEN SCHERGEN DES NATIONALSOZIALISMUS HINGERICHTET

WURDEN

SIE GABEN IHR LEBEN UM DIE ZERSTÖRUNG WIENS IN DEN

LETZTEN KRIEGSTAGEN DES JAHRES 1945 ZU VERHINDERN

Stifter:

Bezirksgruppe Floridsdorf des Bundesverbandes Österreichischer Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus (KZ-Verband)

Enthüllung:

8. April 1950. Die ursprüngliche Tafel musste 1962 aus verkehrstechnischen Gründen abgetragen und nachträglich erneuert werden.

Kurzbiographien:

Major Karl Biedermann (geb. 11. 8. 1890), Hauptmann Alfred Huth (geb. 30. 8. 1918), und Oberleutnant Rudolf Raschke (geb. 21 .6. 1923), waren Mitglieder einer österreichischen Widerstandsgruppe im Wehrkreiskommando XVII, die eine kampflose Übergabe Wiens an die Rote Armee vorbereitete. Verraten und festgenommen, wurden Biedermann, Huth und Raschke am 6. bzw. 8 April 1945 von Standgerichten zum Tode verurteilt und am 8. April Am Spitz öffentlich gehängt.

 

 

Burger Ernst

Ort:        Wien 14, Matznergasse 14

An diesem Haus befindet sich heute keine Tafel. Sie wurde im Zuge einer Hausrenovierung entfernt.

Dokumentierter Text:

IN DIESEM HAUSE WOHNTE

DER ÖSTERREICHISCHE FREIHEITSKÄMPFER

ERNST BURGER

ERMORDET IM K. Z. AUSCHWITZ AM 30. 12. 1944.

SEIN TOD IST UNS MAHNUNG UND VERPFRLICHTUNG.

Stifter:

Landesverband der österreichischen KZ-ler

Enthüllung:

31. Dezember 1949.

Kurzbiographie:

Ernst Burger (geb. 16. 5. 1915), Kontorist, zunächst Funktionär der sozialdemokratischen Roten Falken, war ab 1934 führendes Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes. Wegen seiner Widerstandstätigkeit – sowohl gegen den autoritären ‚Ständestaat‘ als auch gegen das NS-Regime – wurde er mehrmals verhaftet. Er zählte zu den Stützen der geheimen Widerstandsgruppe im KZ Auschwitz. Gemeinsam mit den Österreichern Rudolf Friemel und Ludwig Vesely sowie zwei polnischen Häftlingen wurde er am 30. Dezember 1944 vor den angetretenen Häftlingen auf dem Appellplatz des KZ Auschwitz gehängt.