Termine Oktober – November

Antifa- Konferenz

Samstag 13. Oktober

Einlass 12.00 – Beginn 13.00

Sitzungssaal KZ-Verband

Lassallestraße 40/2/2/6

 

Jour Fix KZ-Verband Wien

Mittwoch 17. Oktober

Beginn 18.00

Sitzungssaal KZ-Verband

Lassallestraße 40/2/2/6

Widerstand gegen türkis/schwarz/blau und die Beteiligung des KZ-Verbandes

 

 

Enthüllung der Gedenktafel am Außenlager Floridsdorf

Dienstag 23.10.2018

11:00  –  12:00

Hopfengasse 12, 1210 Wien

 

Die Bezirksvorstehung Floridsdorf und die Arbeitsgemeinschaft der NS-Opferverände und Widerstandskämpfer/innen Österreichs enthüllen an dem Ort, an dem sich das KZ-Außenlager Wien-Floridsdorf befand, eine Gedenktafel

 

Kranzniederlegung für die Opfer der NS-Militärjustiz

Freitag 26. Oktober

9.00 – Ballhausplatz

Im Anschluss an die Kranzniederlegung beim Denkmal für die Opfer der NS-Militärjustiz (Deserteursdenkmal) werden wir gemeinsam an der alljährlichen Gedenkveranstaltung bei der ehemaligen Schießstätte im Donaupark in Kagran teilnehmen. (Beginn 11.00)

 

 

Gruppe 40: QR-Code – und 10 neue Gedenksteine

Sonntag 28. 10.

Beginn: 10.00

Zentralfriedhof Gruppe 40

 

Die Gedenkstätte für die hingerichteten WiderstandskämpferInnen auf dem Zentralfriedhof (Gruppe 40) wird mit einem QR-Code ausgestattet, der Informationen zu den Hingerichteten und zur Lage ihrer Gedenksteine enthält. Außerdem werden die ersten 10 zusätzlichen Gedenksteine – von insgesamt 70 noch fehlenden Gedenksteinen – aufgestellt

Totengedenken 1. November

ab 14.00

Zentralfriedhof Wien

14.15 – Treffpunkt im Gedenken an die Spanienkämpfer beim Tor 2, gemeinsamer Marsch

zur Kranzniederlegung und Gedenken beim Denkmal der Spanienkämpfer*innen

15.00 – Kranzniederlegung und Gedenken beim Denkmal der Republik

anschließend gemeinsamer Marsch zur Gruppe 40 und Gedenken an die Widerstandskämpfer*innen

 

 

80 Jahre Novemberpogrom

Mittwoch 7. November

Beginn 18.30

Sitzungssaal KZ-Verband

Lassallestraße 40/2/2/6

 

Claudia Kuretsidis-Haider und Friedl Garscha werden uns bei dieser Veranstaltung einerseit die Verbrechen dieser Tage näher erläutern und über  daraus folgenden Prozesse der Nachkriegsjustiz referieren. Diese Veranstaltung ersetzt das Jour Fix im November.

 

Niemals vergessen! Ehemaliger Aspangbahnhof

Freitag 9. November

Beginn 18:00

Platz der Opfer der Deportation/Leon Zelman Park ,(bei Ecke A.-Blamauerg./Aspangstr.), 1030 Wien

 

In den Jahren 1939 – 1942 wurden vom ehemaligen Aspangbahnhof
zehntausende Menschen  in Vernichtungslagertransportiert und kehrten nicht mehr zurück“ Eine Veranstaltung der Initiative Aspangbahnhof

 

 

Liederholung

Freitag 23. November

Beginn 19.00

Werkl im Goethehof

 

Wer die Ballade von Kerbert H. noch nicht kennt bzw. unbedingt noch einmal hören möchte, wie auch die weiteren Gstanzln rund um aktuelle und nicht so aktuelle Ereignisse in Österreich und der Welt, der kommt an diesen Abend in den Goethehof

rudi burda, texte, gitarre, gesang
antonis vounelakos, gitarre
hans schön, bass
alexandar petkov, perkussion

 

 

 

Rudi Burdas Tagesgedichte zur Gedenkstätte in Hadersdorf am Kamp

Legitimation (21. Dezember 2017)

Auf dem Anger in Hadersdorf am Kamp
steht ein Kriegerdenkmal, auf dem
die Namen der Gefallenen des Ortes
im Zweiten Weltkrieg aufgelistet sind.

Von diesen Toten können jene
als Opfer des Faschismus gelten,
die keine andere Wahl hatten, als
an den Raubzügen der Wehrmacht teilzunehmen.

Sicher aber waren alle
wissentlich oder unwissentlich
Täter und Mittäter, weil sie
an den Raubzügen der Wehrmacht teilnahmen.

Das Auflisten der Namen sowie das gewissenhafte
Instandhalten des Denkmals geschah und geschieht
nach gültigem Gemeinderatsbeschluss,
also demokratisch legitimiert.

An der Friedhofsmauer in Hadersdorf am Kamp
hingen drei Monate lang zwei Tafeln
mit Namen und Todesursachen von 61 Menschen,
die an dieser Stelle am 7. April 1945 von SS ermordet wurden.

Vielleicht können nicht alle von ihnen,
entlassene Häftlinge aus dem nahen ‚Zuchthaus‘ Stein,
als Widerstandskämpfer gegen den Faschismus gelten,
von 38 wissen wir nicht einmal die Namen.

Sicher aber war von ihnen, soviel wissen wir,
kein einziger deshalb inhaftiert, weil er
an den Raubzügen der Wehrmacht teilnahm
oder sie auch nur billigte.

Das öffentliche Anbringen der Tafeln wurde in einer
nicht öffentlichen Sitzung des Gemeinderats
als nicht angebracht bezeichnet. Deshalb
mussten sie, demokratisch legitimiert, entfernt werden.

An diese 61 Ermordeten soll laut Gemeinderatsbeschluss
nicht durch Nennung der bekannten Namen erinnert werden
und nicht durch Nennung der Todesursachen,
zumindest nicht am Ort des Verbrechens.

In was für einem Licht stehen jetzt die Demokraten
in der Gemeindestube von Hadersdorf da? Wer fühlt sich hier
durch welchen Beschluss von welcher Seite
zur Missachtung der Menschenwürde legitimiert?

Angenommen (27. Dezember 2017)

Angenommen, ein Großvater oder sonstiger Verwandter von mir
wäre am 7. April 1945 dabei gewesen als Augenzeuge,
als 61 entlassene Häftlinge in Hadersdorf am Kamp ermordet wurden,
oder als widerwilliger Helfer oder eilfertiger Mittäter;

und angenommen, er wäre froh gewesen, beim Prozess 1947
nicht aussagen zu müssen oder gar verurteilt zu werden, und hätte
jahrelang darüber geschwiegen und gehofft, dass schon irgendwie
Gras drüber wachsen würde;

und angenommen, er hätte dann doch irgendwann einmal
im Familienkreis oder am Stammtisch des Kameradschaftsbunds
beiläufig erwähnt, wie sich die SS-ler damals aufgeführt hätten,
und bedauert, dass die wahren Schuldigen leider nicht gefasst wurden;

oder angenommen, er hätte erklärt, dass die Häftlinge dort
sicher nicht grundlos eingesperrt worden waren,
und dass man darüber auch in einem Rechtsstaat wie dem unseren
nicht einfach hinwegsehen könnte;

oder angenommen, er wäre nur prinzipiell der Auffassung,
dass man etwas vergessen könnte, solang nicht
darüber geredet wird, und dass etwas verziehen werden kann,
was öffentlich nie thematisiert wurde;

oder auch nur angenommen, ich müsste,
da ich ja nichts Näheres weiß, befürchten,
dass diesem Großvater oder sonstigen Verwandten jetzt,
über 70 Jahre später, am Zeug geflickt werden könnte;

dann würde ich vielleicht Genugtuung darüber empfinden,
dass die Gedenktafeln mit 23 Namen von Ermordeten
und den amtlich erhobenen Todesarten
per Gemeinderatsbeschluss wieder abmontiert wurden;

und dann wäre ich vielleicht insgeheim erfreut,
dass diese antifaschistischen Berufsdemonstranten, diese
selbsternannten Gutmenschen, die Anwaltsspesen
und Arbeitskosten auch noch berappen müssen;

und dann hätte ich womöglich selber, klammheimlich,
aber nicht ohne Stolz auf meinen Mut,
eine der 61 roten Rosen abgeknickt, die diese Unruhestifter
vor Weihnachten an der Friedhofsmauer niederlegten.

Die genannten Überlegungen und Beweggründe
sind keine Behauptungen oder Unterstellungen, sondern Versuche,
hinter den jüngst in Hadersdorf gesetzten Handlungen
irgendeinen Sinn zu finden.

Denkbar sind auch noch andere Annahmen,
aber in demokratischem Sinn sind sie genauso
unannehmbar.

Frohes Fest und einen guten Rutsch!

 

Liebe Kameradinnen und Kameraden, liebe Freundinnen und Freunde. Wir wünschen euch ruhige Feiertage, wie auch immer ihr sie feiern oder nicht feiern magt. Sammelt Kraft, die Zeiten werden nicht besser und im neuen Jahr wird es – gerade für uns Antifaschist_innen viel zu tun geben!

mit antifaschistischen Grüßen

Vostand KZ-Verband/VdA Wien