

Trotz winterlicher Kälte versammelten sich am 10. Jänner 2026 rund 50 Menschen bei der Gedenktafel in der Baumgasse 39 im dritten Wiener Gemeindebezirk, um der kommunistischen Widerstandskämpferin Grete Jost zu gedenken. Die vom überparteilichen antifaschistischen Personenkomitee Landstraße veranstaltete Kundgebung unter dem Motto „Niemals vergessen! – Erinnern für die Zukunft“ war gut besucht und vereinte Generationen: Junge und alte Menschen standen gemeinsam am Ort des Gedenkens.
Der KZ-Verband Wien war mit einigen Mitgliedern vertreten. In vielseitigen Reden wurde an Grete Jost erinnert, die 1934 der bereits verbotenen KPÖ beigetreten war und sich aktiv im Widerstand gegen das NS-Regime engagierte. Sie verteilte antifaschistische Schriften, warb neue Mitglieder, sammelte Beitragsgelder für verhaftete Genossinnen und Genossen und fungierte ab 1938 als wichtige Verbindungsperson zwischen Funktionär:innen in Wien und Parteigenoss:innen entlang der Südbahnstrecke. Am 8. Februar 1941 wurde Margarete Jost verhaftet und am 23. September 1942 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt. Am 15. Jänner 1943 wurde sie im Alter von nur 27 Jahren hingerichtet.
Im Anschluss an die Gedenkfeier bei der Tafel fand ein Ausklang im Bezirksmuseum Landstraße statt.