Grünbaum Fritz
Grünbaum Fritz

Ort: Wien 1, Wollzeile 36 (Kabarett ‚Simpl‘

Text:

IN DIESEM HAUSE WIRKTE

DER GROSSE KÜNSTLER

FRITZ GRÜNBAUM

* 7. 4. 1880     † 14. 1. 1941

 

ER WAR EIN GUTER ÖSTERREICHER

UND HAT FÜR DIESES BEKENNTNIS

IM KONZENTRATIONSLAGER

DEN TOD GEFUNDEN.

ER WOLLTE IN SEINER

MENSCHENLIEBE

NICHT AN DAS GRAUEN GLAUBEN

DEM ER DANN SELBST ZUM OPFER FIEL.

Stifter:

KZ-Gemeinschaft Dachau, Lagergemeinschaft Buchenwald.

Die ursprünglich angebrachte Steintafel wurde 2004 im Zuge des Umbaues des Kabaretts ‚Simpl‘ von den Theaterbetreibern durch eine Glasafel ersetzt. Dabei wurde auch das Todesdatum berichtigt.

Enthüllung:

19. April 1955. Die Enthüllung nahm der Präsident der Künstlergewerkschaft Emmerich Arleth vor.

Kurzbiographie:

Fritz Grünbaum (laut Standesamt Dachau: Friedrich Franz Grünbaum, geb. 7. 4. 1880) war Schriftsteller und Künstler im Wiener Kabarett ‚Simpl‘. Er war als Betroffener der Nürnberger (‚Rassen‘-)Gesetze Häftling in den KZ Buchenwald und Dachau, wo er an den Folgen von Misshandlungen, Hunger und Erschöpfung starb. Seine Urne wurde am 17. Februar 1941 auf dem Alten Jüdischen Friedhof (Zentralfriedhof) beigesetzt.

Hedrich Fritz
Hedrich Fritz

Ort: Wien 20, Jägerstraße 28

Text:

IN DIESEM HAUSE LEBTE

FRITZ HEDRICH

WÄHREND DER NATIONALSOZIALISTISCHEN

HERRSCHAFT WURDE ER ZUM TOD VERURTEILT

UND AM 25. FEBRUAR 1944 IM ALTER

VON 29 JAHREN HINGERICHTET.

ER KÄMPFTE FÜR EIN FREIES,

DEMOKRATISCHES ÖSTERREICH,

FÜR DEN FRIEDEN,

UND FÜR DAS GLÜCK DER MENSCHHEIT.

MÖGEN DIE MENSCHEN

SEIN OPFER VERSTEHEN.

Stifter:

Bundesverband österreichischer Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus (KZ-Verband)/Bezirksgruppe Brigittenau.

Enthüllung:

November 1953. Die Gedenkrede hielt Gemeinderat Josef Lauscher.

Kurzbiographie:

Fritz Hedrich (geb. 22. 9. 1914), Elektromonteur und Radiotechniker, Funktionär des Kommunistischen Jugendverbandes, wurde am 25. Februar 1944 im Landesgericht Wien enthauptet.

Hodac Karl, Sebesta Johann, Schopf Walter
Hodac Schopf Sebesta

Ort: Wien 20, Stromstraße 39-45 (Gerl-Hof)

Text:

IN DIESEM GEMEINDEHAUS WOHNTEN:

SEBESTA JOHANN           GEB. 1900 HING. 1942

HODAC KARL                     GEB. 1901 HING. 1942

SCHOPF WALTER             GEB. 1922 HING. 1943

SIE GABEN IHE LEBEN FÜR DIE FREIHEIT

UND UNABHÄNGIGKEIT ÖSTERREICHS.

MÖGEN DIE MENSCHEN

IHR OPFER VERSTEHEN.

Stifter:

Bezirksgruppe Brigittenau des KZ-Verbandes.

Enthüllung:

30. Oktober 1963.

Kurzbiographien:

Karl Hodac (geb. 12. 12. 1901), Kellner und Arbeiter in der Druckerei Steyrermühl, war kommunistischer Bezirksfunktionär in Margareten und Leiter der Betriebszelle in der Buch- und Kunstdruckerei Steyrermühl. Er wurde am 8. November 1944 im Landesgericht Wien enthauptet.

Walter Schopf (geb. 26. 2. 1922), kaufmännischer Angestellter, wurde am 9. September 1943 in Berlin-Plötzensee enthauptet.

Johann Sebesta (geb. 25. 12. 1900), Bankangestellter, KP-Funktionär, wurde am 10. Dezember 1942 im Landesgericht Wien enthauptet.

 

Kalis Franz, Krivanek Karl, Sokopp Johann
Kalis Krivanek Sokopp

Ort: Wien 10, Hasengasse 35-37

Text:

Im Kampfe

gegen den Faschismus Gefallen

für

ÖSTERREICH

FRANZ                  KALIS

1899                      1943

KARL                     KRIVANEK

1903                      1943

JOHANN              SOKOPP

1913                      1944

Den Toten zur Ehre, den Lebenden

zur Mahnung und Verpflichtung.

Stifter:

Bezirksgruppe Favoriten des Bundesverbandes österreichischer Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus (KZ-Verband)

Enthüllung:

26. Oktober 1952.

Kurzbiographien:

Franz Josef Kalis (geb. 29. 3. 1899), Versicherungsangestellter, KP-Funktionär, wurde am 8. Oktober 1943 im Landesgericht Wien enthauptet.

Karl Krivanek (geb. 25. 6. 1903), Schlossergehilfe und Schaffner im Straßenbahn-Betriebsbahnhof Koppreiter, KP-Funktionär, wurde am 15. Februar 1943 im Landesgericht Wien enthauptet, weil er an der Herstellung und dem Vertrieb kommunistischer Flugblätter beteiligt gewesen war.

Johann Sokopp (geb. 6. 5. 1913), Zollbetriebsassistent, KP-Funktionär, wurde am 24. Mai 1944 im Landesgericht Wien enthauptet.

 

Klahr Alfred
Klahr Alfred

Ort: Wien 2, Novaragasse 17-19

Text:

IN DIESEM HAUSE LEBTE Gefallen

Dr. ALFRED KLAHR

WÄHREND DER NATIONALSOZIALISTISCHEN

HERRSCHAFT WURDE ER IM ALTER

VON 39 JAHREN IM JULI 1944

VON DEN SS-FASCHISTEN ERMORDET.

ER KÄMPFTE FÜR EIN FREIES,

DEMOKRTISCHES ÖSTERREICH,

FÜR DEN FRIEDEN,

UND FÜR DAS GLÜCK DER MENSCHHEIT.

MÖGEN DIE MENSCHEN

SEIN OPFER VERSTEHEN.

Stifter:

KZ-Verband

Enthüllung:

2. November 1953. Die Gedenkrede hielt der führende KPÖ-Funktionär Franz Marek.

Kurzbiographie:

Dr. Alfred Klahr (geb. 16. 9. 1904), Mitglied des Zentralkomitees der KPÖ und Widerstandskämpfer, war einer der ersten Verfechter des Begriffs der ‚österreichischen Nation‘ und somit ein Vorkämpfer des österreichischen Nationalbewusstseins. Er wurde 1941, mit falschem Personaldokument aus Frankreich kommend, in der Schweiz aufgegriffen und nach Frankreich (Lager Le Vernet) zurückgestellt, von wo aus ihn die Nationalsozialisten nach Auschwitz deportierten. Im Juni 1944 konnte Klahr aus dem KZ flüchten. Einige Wochen später wurde er in Warschau von einer deutschen Streife erschossen.