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Mastny Fritz
Mastny Fritz

Ort: Wien 14, Gurkgasse 51

Text:

IN DIESEM HAUS WOHNTE DER ÖSTRREICHISCHE

FREIHEITSKÄMPFER

FRITZ MASTNY

JUSTIFIZIERT AM 2. 11: 1943

ER STARB FÜR ÖSTERREICHS FREIHEIT!

Stifter:

KZ-Verband

Enthüllung:

5. November 1950. Die Gedenkrede hielt Franz Danimann.

Kurzbiographie:

Friedrich Mastny (geb. 11. 3. 1921), Handelsangestellter, war führender Funktionär des Kommunistischen Jugendverbandes. Er wurde im Landesgericht Wien enthauptet. Gemeinsam mit Gesinnungsfreunden stellte Mastny illegale Zeitungen des Kommunistischen Jugendverbandes, wie z.B. ‚Rote Jugend‘ und ‚Der Soldatenrat‘, Nr. 1 bis 4, in mehreren tausend Exemplaren her.

 

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Stelzel Franz
Stelzl Franz

Ort: Wien 22, Wurmbrandgasse 12

Text:

ZUM GEDENKEN

DES AM 10. 11. 1942

FÜR SEINEN KAMPF

UM EIN FREIES

ÖSTERREICH

VOM HITLERFASCHISMUS

GEMORDETEN

FREIHEITSKÄMPFERS

FRANZ STELZL

Stifter:

Bundesverband österreichischer Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus (KZ-Verband)

Kurzbiographie:

Franz Stelzel (geb. 7. 1. 1903), Maschinenschlosser, wohnte in diesem Haus. Vom Dezember 1934 bis zum März 1935 befand er sich wegen Betätigung für die KPÖ im Anhaltelager Wöllersdorf. Gemeinsam mit anderen Gesinnungsgenossen stellte er während der NS-Zeit in Stadlau illegale Schriften der KPÖ her und verbreitete sie. Im August 1942 wurde Franz Stelzel zum Tode verurteilt und am 10. November 1942 im Landesgericht Wien enthauptet.

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Vesely Ludwig
Vesely Ludwig

Ort: Wien 3, Landstraßer Hauptstraße 175-187 (Wildganshof), Stiege 18

Text:

IN DIESEM HAUSE WOHNTE

DER ÖSTERREICHISCHE FREIHEITSKÄMPFER

LUDWIG VESELY

ERMORDET IM K.Z. AUSCHWITZ AM 30. 12. 1944

SEIN TOD IST UNS MAHNUNG U. VERPFLICHTUNG.

Stifter:

Landesverband der österreichischen KZ-ler und Lagergemeinschaft Auschwitz

Enthüllung:

31. Dezember 1949.

Kurzbiographie:

Ludwig Vesely (geb. 5. 7. 1919), der 1941 wegen Betätigung für die KPÖ zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt wurde, zählte im KZ Auschwitz zu den Stützen der Häftlingswiderstandsgruppe. Gemeinsam mit den Österreichern Ernst Burger und Rudolf Friemel sowie zwei polnischen Häftlingen wurde er am 30. Dezember 1944 vor den angetretenen Häftlingen auf dem Appellplatz des KZ Auschwitz gehängt.

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Morzinplatz
Morzinplatz

Ort: Wien 1, Morzinplatz

Text:

NIEMALS VERGESSEN

HIER STAND DAS HAUS

DER GESTAPO

ES WAR FÜR DIE BEKENNER

ÖSTERREICHS DIE HÖLLE

ES WAR FÜR VIELE VON IHNEN

DER VORHOF DES TODES

ES IST IN TRÜMMER GESUNKEN

WIE DAS TAUSENDJÄHRIGE

REICH    ÖSTERREICH ABER

IST WIEDERAUFERSTANDEN

UND MIT IHM UNSERE TOTEN

DIE UNSTERBLICHEN OPFER

Stifter:

Ursprüngliches Mahnmal: KZ-Verband

Neues Mahnmal (gestaltet von Leopold Grausam jun.): Stadt Wien

Enthüllung:

1. November 1985.

Kurze Geschichte des Mahnmals:

Am Morzinplatz befand sich die Gestapo-Leitstelle Wien. Am 11. April 1951 wurde im Rahmen einer Kundgebung des KZ-Verbandes ein von diesem gewidmeter und gestalteter Gedenkstein für die Gestapo-Opfer ohne behördliche Bewilligung errichtet und enthüllt. Den Text hatte Dr. Wilhelm Steiner, Präsident des KZ-Verbandes, verfasst. Die Stadt Wien nahm den Stein in ihre Obhut, und in den folgenden Jahren fanden hier viele Kundgebungen, zum Teil mit internationaler Beteiligung, statt.

An Stelle dieses Gedenksteines wurde am 1. November 1985 von Bürgermeister Helmut Zilk und der Arbeitsgemeinschaft der KZ-Verbände und Widerstandskämpfer Österreichs das neue Mahnmal (mit gleich lautendem Text) für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft enthüllt. Eine Bronzefigur und ein Block aus Mauthausener Granit symbolisieren das Schicksal der Gefangenen.

Gedenktafeln in Wien

Zahlreiche Gedenktafeln in Wien erinnern an Personen, die dem Faschismus zum Opfer fielen. Als Auftraggeber dieser Gedenkstätten fungieren, neben dem KZ-Verband, KZ-Lagergemeinschaften, politische Parteien, Bezirksvertretungen u.ä.Gruppierungen.

Im Frühjahr 2014 wurden Mahn- und Gedenktafeln in Wien fotografiert. Die folgende Übersicht erfasst alle jene Tafeln, die entweder vom KZ-Verband oder einer Lagergemeinschaft angebracht wurden. Sie sind alphabetisch geordnet nach den Personen, derer gedacht wird.

Als Quelle für die Informationen diente „Gedenken und Mahnen in Wien 1934-1945“, Hrsg. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Wien 1998.

Alberstetter Karl | Foto & Information
Biedermann Karl | Foto & Information
Burger Ernst | Information
Deutsch Arnold | Foto & Information
Friemel Rudolf | Foto & Information
Führer Ludwig | Foto & Information
Grünbaum Fritz | Foto & Information
Hedrich Fritz | Foto & Information
Hodac Karl | Foto & Information
Huth Alfred | Foto & Information
Kalis Franz | Foto & Information
Kaspar Franz | Foto & Information
Klahr Alfred | Foto & Information
Kohn Robert | Foto & Information
Konopicky Anton | Foto & Information
Konopicky Therese | Foto & Information
Krivanek Karl | Foto & Information
Mastny Fritz | Foto & Information
Nirschl Johann | Foto & Information
Raschke Rudolf | Foto & Information
Schopf Walter | Foto & Information
Sebek Franz | Foto & Information
Sebesta Johann | Foto & Information
Sokopp Johann | Foto & Information
Stelzel Franz | Foto & Information
Vesely Ludwig | Foto & Information
Wehofschitz Otto | Foto & Information

Mahnmal für namentlich nicht differenzierte Personengruppen

Morzinplatz | Foto & Information

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Alberstetter Karl, Führer Ludwig, Kaspar Franz, Kohn Robert, Konopicky Anton, Konopicky Therese, Nirschi Johann, Sebek Franz, Wehofschitz Otto
Alberstetter Führer Kasper Kohn Konopisky Konopisky Nirschl Sebek Wehofschitz

Ort: Wien 10, Laaer Berg-Straße 166, Stiege 1

Text:

GEFALLEN IM KAMPFE

GEGEN DEN FASCHISMUS FÜR

ÖSTERREICH

SEBEK FRANZ

1901  1943

ALBERSTETTER KARL

1894  1943

FÜHRER LUDWIG

1886  1944

KASPER FRANZ

1891  1945

KOHN ROBERT

1900  1940

KONOPISKY THERESE

1889  1943

KONOPISKY ANTON

1889  1945

NIRSCHI JOHANN

1912  1944

WEHOFSCHITZ OTTO

1912  1942

Stifter:

Bundesverband Österreichischer Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus (KZ-Verband)

Enthüllung:

30. April 1950. Gedenkreden hielten Gemeinderat Josef Lauscher und Ludwig Borg für den KZ-Verband.

Kurzbiographien:

Karl Alberstetter (geb. 24. 12. 1894), Schlosser in der Eisenbahnhauptwerkstätte Simmering, war wegen kommunistischer Betätigung von Dezember 1937 bis Februar 1938 inhaftiert und ab Februar 1942 in NS-Haft. Er wurde im Juli 1942 in das KZ Mauthausen und in der Folge in das KZ Flossenbürg überstellt, wo er am 5. April 1943 umkam.

Ludwig Führer (geb. 15. 10. 1886), Müllergehilfe, wurde im Zuge einer Gestapoaktion gegen die Wiener Leitung der KPÖ im September 1943 verhaftet und am 5. Dezember 1944 im Landesgericht Wien enthauptet.

Franz Kaspar (geb. 27. 2. 1891), Straßenbahner, wurde im Jänner 1943 wegen Betätigung für die KPÖ festgenommen. Er kam am 2. Jänner 1945 im KZ Dachau um.

Robert Kohn (geb. 9.7. 1900), Schneidergehilfe, wurde – als Betroffener der Nürnberger Gesetze – wegen ‚staatsfeindlicher Äußerungen‘ im Februar 1940 in ‚Schutzhaft‘ genommen und kam am 29. August 1940 im KZ Mauthausen um.

Anton Konopicky (geb. 2. 1. 1889), Schriftsetzer, wegen kommunistischen Widerstandes im Juni 1943 zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, wurde am 6. April 1945 von der SS während des Massakers in Stein/Donau erschossen.

Therese Konopicky (geb. 17. 7. 1889), Weißnäherin, wurde im Jänner 1941 wegen Unterstüzuung der KPÖ festgenommen. Sie starb am 10. April 1943 im Landesgericht Wien an Lungentuberkulose.

Johann Nirschi (geb. 30. 7. 1912), Mechanikergeselle, wurde wegen ‚Vorbereitung zum Hochverrat‘ am 21. November 1944 im Landesgericht Wien enthauptet.

Franz Sebek (geb. 30. 4. 1901), Kranführer, Mitglied des Zentralkomitees der KPÖ, wurde am 7. Jänner 1943 im Landesgericht Wien enthauptet.

Otto Wehofschitz (geb. 20. 5. 1912), Werkmann in der Eisenbahnhauptwerkstätte Simmering, KP-Zellenleiter, wurde im Dezember 1941 festgenommen und am 16. Juli 1942 im KZ Mauthausen ermordet.