Hedwig Maschek (16.12.1921 – 15.2.2013)

Maschek Hedwig

Maschek Hedwig

Am 15. Februar starb Hedwig Maschek, frühere Grusch, geb. Schindler, im 92. Lebensjahr.
Die Verabschiedung von der Verstorbenen findet am 5.3.2013 um 10.30 Uhr in der Feuerhalle Simmering statt.

Aufgewachsen in Weissenbach a. d. Tristing in einer Schlosserfamilie, machte sie in Wien eine Kunstgewerbelehre und arbeitete schließlich als Lampennäherin. Bereits zur Zeit der austrofaschistischen Diktatur schloss sie sich dem illegalen KJV an. Ab Ende 1938 war sie in der Widerstandsgruppe in Wien-Margareten um Alfred Fuchs und  Ernst Allina tätig; ihr unmittelbarer Kontaktmann war Eduard Jaroslavsky, mit dessen Tochter Friederike sie befreundet war. Die KJV-Gruppe versuchte, die Hitlerjugend (HJ und BDM) zu infiltrieren und warb auf Flugblättern „für ein freies und unabhängiges Österreich“. Weiterlesen

15. März 2013: Zug der Gemeinsamkeit

01_Albertinaplatz_6AUFRUF DES KZ-VERBANDS / LANDESVERBAND WIEN  zum
»ZUG DER GEMEINSAMKEIT«

Wir wollen ein öffentliches Zeichen setzen und am Freitagnachmittag, den 15. März, mit einem Marsch durch die Wiener Innenstadt der Ereignisse vor 75 Jahren gedenken. In Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung von Juden und Jüdinnen, Roma und Sinti, psychisch kranken und behinderten Menschen, von Kriegsgefangenen und ZwangsarbeiterInnen und jener Menschen aus unterschiedlichen politischen Lagern, die unter Lebensgefahr Widerstand leisteten, verstehen wir dieses öffentliche Zeichen als Zug der Gemeinsamkeit.

Uns vereint die Forderung: „Nie wieder“!

Im März jährt sich zum 75. Mal die nationalsozialistische Machtübernahme in Österreich (11.3.), der Einmarsch der deutschen Wehrmacht (12.3.) und die Annexion des Landes durch Hitler-Deutschland (13.3.). Auf den Straßen Wiens wurden Juden und Jüdinnen in einer Weise gedemütigt, die bis dahin beispiellos war.

Tausende Nazi-Gegner und Juden wurden in teilweise provisorisch eingerichteten Haftstätten eingesperrt. 200.000 Wienerinnen und Wiener jubelten auf dem Heldenplatz Hitler zu.

Nach ihrer Wiederherstellung dank des Sieges der alliierten Armeen über Hitler-Deutschland hat die Republik Österreich jahrzehntelang gebraucht um anzuerkennen, dass sie Verantwortung zu tragen hat:

Verantwortung für die Beteiligung unzähliger Österreicher und Österreicherinnen an dem Raubzug an ihren jüdischen NachbarInnen.

Verantwortung für die Denunziation und Verfolgung von Gegnern und Gegnerinnen des NS-Regimes.

Verantwortung insbesondere aber für die Massenverbrechen, die österreichische Angehörige der SS, Polizei und Wehrmacht in den eroberten Ländern sowie in den Konzentrations- und Vernichtungslagern verübt haben.

Wir begrüßen es, dass Bundespräsident und Bundesregierung den 75. Jahrestag zum Anlass nehmen, um der Opfer zu gedenken und jene zu würdigen, die Widerstand leisteten, indem das Gräberfeld der Gruppe 40 auf dem Wiener Zentralfriedhof zum nationalen Mahnmal erklärt wird.

Doch das ist zu wenig. Es ist auch notwendig gemeinsam in und mit der Öffentlichkeit gegen Faschismus in all seinen Erscheinungsformen aufzutreten.

Wir verstehen dieses Gedenken als Auftrag, auch jetzt, heute und hier gegen Faschismus, Unmenschlichkeit und rassistische Gewalt Widerstand zu leisten.

Termin 15. März 2013, 15:00 bis 17:30 Uhr

Treffpunkt: Wien I., Seitenstettengasse / Judengasse

Geplante Route: Seitenstettengasse / Judengasse: 15 Uhr

Stephansplatz: 16 Uhr

Helmut-Zilk-Platz / Albertina (Hrdlicka-Denkmal): 17 Uhr Abschlusskundgebung

 

 Ich unterstütze den Aufruf:

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13. Gedenkfahrt nach Engerau (Bratislava-Petržalka)

Programm

Abfahrt: Sonntag 24. März 2013, 7.45 Uhr, 1020 Wien, Praterstern 1 (vor dem Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung, U-Bahn Aufgang Heinestraße)

9.30 Uhr
Internationale Gedenkkundgebung beim Mahnmal für die ermordeten ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter auf dem Friedhof von Petržalka (Engerau) in Bratislava

11 Uhr
Fahrt zu Gedächtnisorten des ehemaligen Lagers Engerau in Petržalka:
a) Ort des Beginns des Todesmarsches (Bahnhofstr.), vor dem Gummi-Werk in der Údernícka-Str. (ehem. Matador Gummiwerke, whd. der NS-Zeit Semperit, heute Gummiwaren- und Kunststofffabrik Profi Pack s.r.o);
b) Ort des Massakers im Gasthof Leberfinger (Aupark)

12.15 Uhr
Wolfsthal, vor der Pfarrkirche: Gedenkkundgebung beim Gedenkstein für die Opfer des Todesmarsches von Engerau nach Deutsch-Altenburg

14.15 Uhr
Gedenkveranstaltung beim Mahnmal „Panzersperre“ in Berg (NÖ)

16.30 Uhr
Gedenkkundgebung auf dem Friedhof von Bruck an der Leitha für die 155 ermordeten ungarisch-jüdischen ZwangsarbeiterInnen

Am 29. März 1945, knapp vor dem Heranrücken der sowjetischen Armee, wurden die für Schanzarbeiten beim Bau des so genannten „Südostwalls“ in Engerau internierten, durch Hunger und Krankheit gesundheitlich schwer gezeichneten ungarischen Juden vom Lager Engerau in einem Todesmarsch über Wolfsthal und Hainburg zur Donau bei Bad Deutsch-Altenburg getrieben, wobei mehr als hundert Menschen durch Entkräftung zu Tode kamen oder erschlagen bzw. erschossen wurden. Ein großer Teil der aufgrund der unvorstellbaren hygienischen Bedingungen oder durch grausamste Misshandlungen stark geschwächten Lagerinsassen kam bereits vor der Evakuierung des Lagers ums Leben oder wurde von der Wachmannschaft ermordet.

Anmeldung bis 15. März 2013 bei
Dr.in Claudia Kuretsidis-Haider
(Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz)
e-mail: kuretsidis@hotmail.com
Tel.: (01) 22 89 469 / 315

Weitere Informationen:
Folder
Web-Site der Forschungsstelle Nachkriegsjustiz

Die Gedenkfahrt wird vom KZ-Verband Wien unterstützt

Herbert-Steiner-Preis 2013

Bild von Herbert SteinerDer Herbert-Steiner-Preis – benannt nach dem Mitbegründer und langjährigen Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) und der International Conference of Labour and Social History (ITH), dem 2001 verstorbenen Herbert Steiner – wird 2013 zum zehnten Mal verliehen.

Der Preis wird vergeben für wissenschaftliche Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache, die noch nicht veröffentlicht (gedruckt) sind, zu den Themen

  • Widerstand/Verfolgung/Exil in der Zeit des Faschismus und Nationalsozialismus sowie der Umgang mit dieser Vergangenheit nach 1945 und
  • Geschichte der Arbeiterbewegung.

Der Preis soll in erster Linie die Überarbeitung wissenschaftlicher Manuskripte für die Veröffentlichung ermöglichen. Die eingereichten Arbeiten werden von einer unabhängigen Jury begutachtet. Vergeben werden ein Herbert-Steiner-Preis sowie Herbert Steiner-Anerkennungspreise (Gesamtausschüttung: 10.000 Euro).

Die Einreichfrist für 2013 ist der 31. Mai.
Mehr Informationen unter: herbert.steiner.preis@doew.at

Rosa Breuer-Grossmann (7.1.1920-26.1.2013)

Rosa Breuer, Foto: Michaela BruckmüllerIm Alter von 93 Jahren starb die Wiener Widerstandskämpferin Rosa Breuer-Grossmann, ehemalige Chefredakteurin der „Stimme der Frau“. Foto rechts von Michaela Bruckmüller (www.michaelabruckmueller.net)

Rosa Grossmann hatte sich am 23. Oktober 1943 nach viertägigen Folterungen vom 4. Stock der Gestapo-Zentrale am Morzinplatz gestürzt und überlebt. 1949 trat sie im Prozess gegen den Gestapobeamten Sanitzer als Zeugin vor dem Wiener Volksgericht auf.

Ravensbrück-Broschüre von Rosa Breuer (Titelbild: Claudia Lobe)1963 stellte sie für die Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück die Broschüre „Was geht das mich an?“ zusammen, die 1974 in einer erweiterten Neuauflage erschien. Sie wandte sich darin direkt an junge Frauen, denen sie eine Vorstellung von den Gräueln der Konzentrationslager geben wollte.

wichtigsteUnter Verwendung von Texten Rosa Breuers beschrieb Erica Fischer 2005 das Leben von Rosa und ihrer Schwester Liesl Musil-Hahn im Buch „Das Wichtigste ist, sich selber treu zu bleiben. Die Geschichte der Zwillingsschwestern Rosl und Liesl“.
Siehe dazu den Kommentar von Rosa Breuer-Grossmanns Sohn Hans Breuer: http://www.8ung.at/hansbreuer/ich/buch.pdf

Die Abschiedsfeier für sie wird am 17. Februar 2013 um 14 Uhr im Restaurant Concordia (gegenüber dem Haupteingang des Zentralfriedhofs) stattfinden.

Gestohlene Linzer Gedenktafel für Widerstandskämpfer wieder angebracht

gedenktafel-tabakfabrik-webIn der Nacht von Samstag 19., auf Sonntag 20. Jänner 2013 entwendeten unbekannte TäterInnen eine Gedenktafel bei der Linzer Tabakfabrik. Die den fünf Widerstandskämpfern Rudolf Kühberger, Heinrich Obermayer, Anton Schmelensky, Josef Teufl und Hugo Müller gewidmete Tafel konnte nach intensiven Polizei-Ermittlungen, breiter medialer Berichterstattung und tatkräftiger Mithilfe der Bevölkerung sichergestellt werden. Am Donnerstag, den 31. Jänner 2013 wurde die Gedenktafel wieder an ihrem ursprünglichen Platz bei der Tabakfabrik angebracht.
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Ceija Stojka (23.5.1933 – 28.1.2013)

ceija stoikaWenige Monate vor ihrem 80. Geburtstag starb am 28. Jänner 2013 die Ravensbrück-Überlebende Ceija Stojka. Die bekannte Roma-Künstlerin und Tante des Jazzmusikers Harri Stojka hatte 1988 ihr Erinnerungsbuch „Wir leben im Verborgenen“ herausgebracht, in dem sie ihre Kindheits-erlebnisse in drei Konzentrationslagern verarbeitete. Sie war erst elf Jahre alt gewesen, als sie von Auschwitz über Ravensbrück in die „Finsternis von Bergen-Belsen“ (so der Titel eines ihrer Bilder) kam. In ihrem Buch erzählte sie, dass es in den Leichenbergen warm war, weshalb sie sich dort schlafen legte; sie sprach und spielte mit den Verstorbenen. Das einzige genießbare Wasser war der Tau, den sie vom Stacheldraht leckte, und zum Essen fand sie Stoff- und Lederreste, Harz, Erde und das Gras unter den Brettern der Baracken.

Großes Ehrenzeichen für DÖW-Leiterin Brigitte Bailer

ehrenzeichen_24_01_2013_1Bundespräsident Dr. Heinz Fischer hat der wissenschaftlichen Leiterin des DÖW, Hon.-Prof. Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer, das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.
Die feierliche Überreichung durch Wissenschaftsminister Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle erfolgte am 24. Jänner 2013 im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung.
Der KZ-Verband gratuliert Brigitte Bailer!

Weitere Informationen in der Pressemappe des DÖW auf der APA-WebSite